RASTEDE - RASTEDE - Wer mit seinen Reizen punkten will, hat fortan schlechte Karten an der KGS. „Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer tragen in der Schule angemessene Kleidung“, heißt es in der Ergänzung der Schulordnung, die die Gesamtkonferenz jetzt beschlossen hat. Freizügige Kleidung wie Disko- und Strandkleidung sowie Kleidung mit fremdenfeindlichen, rassistischen oder gewaltverherrlichenden Motiven oder Aufschriften ist künftig verpönt.

„Die Zurschaustellung der sekundären Geschlechtsmerkmale lenkt Mitschüler ab und irritiert Kollegen“, begründet Schulleiter Gerd Kip die Entscheidung der Gesamtkonferenz. „Wir sind keine Disko, sondern ein seriöses Unternehmen, das Bildung vermittelt“, stellt er fest und fordert entsprechende Kleidung. Gerd Kip stellt die Schule auf dieselbe Ebene wie die Ausbildungsbetriebe, dort sei angemessene Kleidung selbstverständlich.

In den vergangenen Jahren habe das Tragen freizügiger Kleidung inakzeptable Maße angenommen. Zur Schau gestellte Bauchnabel und halb entblößte Hintern möchte er an seiner Schule nicht mehr sehen. Dabei gehe es nicht darum, Konflikte zu schaffen, sondern ein Bewusstsein für angemessenes und höfliches Verhalten an der Schule zu wecken.

Hoa Nguyen (17) und Marina Kern (16), Mitglieder der Schülervertretung, wissen, dass die Vorstellungen der Lehrer von denen der Schüler in puncto angemessener Kleidung weit auseinander gehen. Die beiden Schülerinnen befürchten nun, dass die „Schüler der Willkür der Lehrer ausgesetzt sind“ und schon bei einem Zentimeter sichtbarer Bauchhaut zur Rede gestellt werden. „Die Vorstellung einiger Lehrer von angemessener Kleidung ist uns suspekt“, sind sie sich einig. Sie meinen, dass eine Bauchnabelschau an der Schule zwar unangemessen ist, Sprüche wie „zieht euch ein Unterhemd an“ wollen sie jedoch nicht hören.

„An der KGS dreht man die Uhr zurück“, kommentieren die Schwestern Nadine (15) und Nicole Franze (14) sowie ihre Freundinnen Talke Onken (16) und Sandra Groen (16) die Neuregelung. „Die Schule sollte mit der Mode gehen“, meinen sie und befürchten nun, sich im Sommer völlig neu einkleiden zu müssen.

Region, S.12