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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Bildung

Ehrenamt: Studenten tun Gutes und lernen dabei

02.05.2013

Oldenburg Jetzt noch das selbst gebastelte „Herzlich Willkommen“-Schild mit dem Geschenkband festbinden – fertig. Bunt und fröhlich sehen die kleinen Tütchen aus, die Eva Langen mit Süßigkeiten befüllt hat. Es sind kleine, liebevolle Aufmerksamkeiten für Eltern im Ausnahmezustand. Eltern, deren schwerkranke Kinder in der Kinderklinik nebenan untergebracht sind, Eltern im Ronald-McDonald-Haus in Oldenburg, für die Studentin Eva Langen in diesem Semester ehrenamtlich da sein will. Denn die 22-Jährige nimmt an dem Modul „Service Learning“ der Universität Oldenburg teil.

Viele Einsatzgebiete

110 Studenten haben insgesamt seit dem Auftakt im Wintersemester 2011 an dem Modul „Service Learning“ teilgenommen und sich jeweils 40 Stunden innerhalb des Semesters ehrenamtlich engagiert. In diesem Sommersemester findet das Kooperationsprojekt der Universität, der Agentur Ehrensache und der Oldenburgischen Bürgerstiftung bereits zum vierten Mal statt. Zur Auswahl standen den 30 Studenten 21 verschiedene Einrichtungen, zum Beispiel in den Bereichen Seniorenarbeit, Straffälligenhilfe, Kultur oder Kindereinrichtungen.

Lernen beim Dienst an der Gemeinschaft

Service Learning verknüpft universitäres Lernen mit gemeinnützigem Engagement.

Studenten reflektieren zum einen anhand wissenschaftlicher Inhalte die Bedeutung des Gemeinsinns und von Verantwortungsübernahme, erhalten einen Einblick in andere Realitäten und setzen sich mit eigenen und anderen Werten auseinander.

Die zivilgesellschaftliche Verantwortungsbereitschaft und Gemeinwesen­orientierung der Studenten sowie ihre personalen, sozialen und beruflichen Kompetenzen sollen gefördert werden.

„Uns geht es um Qualität“, betont Monika Engelmann-Bölts von der Agentur Ehrensache. Das heißt, dass sichergestellt sein muss, dass die Studenten zusätzliche, ehrenamtliche Aufgaben übernehmen – und keinen Mitarbeiter ersetzen. Außerdem werden die Studenten begleitet; drei Workshops gehören zum Modul dazu.

In der Regel lasse sich beim Einführungs-Workshop für jede Einrichtung ein Student finden, sagt Prof. Dr. Karsten Speck vom Institut Pädagogik der Universität. „Ich bin überrascht, dass das so gut geht“, sagt Engelmann-Bölts. Zwei Wünsche darf jeder Student beim Workshop äußern. „Wir wollen die Studierenden nicht zur Wahl einer bestimmten Einrichtung zwingen“, sagt Speck, „wir wollen sie ja längerfristig an das ehrenamtliche Engagement binden.“ Denn das ist Teil des geheimen Lehrplans.

Auch die Pädagogik-Studentinnen Sandra Reuter und Jana Böhme haben sich im Rahmen des „Service Learning“ im vergangenen Semester im Ronald-McDonald-Haus ehrenamtlich engagiert. „Das war eine gute Entscheidung “, sagt Reuter, „das Service Learning ist eine gute Möglichkeit, hinter die Kulissen zu sehen.“ Allerdings hänge auch von jedem selbst ab, wie viel man mitbekomme. Jana Böhme fügt hinzu: „Man erfährt unglaublich viel Dankbarkeit, und die Arbeit wird wertgeschätzt. Bei einem Nebenjob hat man dieses Gefühl nicht unbedingt.“ Beiden Studentinnen hat die ehrenamtliche Arbeit so gut gefallen, dass sie sich auch über das Semester hinaus gerne im Ronald-McDonald-Haus engagieren möchten.

Einer Umfrage von Karsten Speck zufolge geht es vielen der teilnehmenden Studenten so: Zu Beginn des Moduls haben sie eher wenig Ahnung von ehrenamtlicher Arbeit, doch hinterher können sich viele vorstellen, sich längerfristig zu engagieren. „Ich habe gemerkt, dass es unheimlich wichtig ist, ehrenamtlich tätig zu sein“, sagt Jana Böhme. Schließlich seien die finanziellen Mittel knapp, aber Menschen – wie zum Beispiel die Eltern der schwerkranken Kinder – seien auf die Arbeit Ehrenamtlicher angewiesen.

Warteliste für Teilnahme

„Außerdem wird ehrenamtliche Arbeit zunehmend wichtiger für den Lebenslauf“, sagt die 24-jährige Jana Böhme. Sowohl sie als auch Sandra Reuter würden das Modul ihren Kommilitonen weiterempfehlen – und haben es anscheinend auch getan, denn das Interesse an dem Modul ist mittlerweile so groß, dass es diesmal im Vorfeld schon Wartelisten gab. Eine Note gibt es für die Teilnahme nicht. „Das können wir auf Wunsch zwar machen. Aber eigentlich wollen wir das Engagement nicht bewerten“, sagt Speck.

„Toll, dass es das gibt“, lobt Iris Neumann-Holbeck, Leiterin des Ronald-McDonald-Hauses. „Die Arbeit der Hauptamtlichen bildet zwar das Gerüst, damit das Haus steht“, sagt sie, „aber die Arbeit der Ehrenamtlichen füllt das Haus mit Leben.“

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Jantje Ziegeler Redakteurin / Online-Redaktion
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