Frage:
Herr Harms, Der Koalitionsvertrag in Niedersachsen stellt die flexible Gestaltung der Studiengebühren in Aussicht. Kann man dagegen etwas sagen?Harms:
Überhaupt nicht. Im Gegenteil. Wenn mit solchen Instrumenten soziale Härten aufgefangen und besonders talentierte und motivierte Studierende gefördert werden können, wird man das kaum kritisieren – völlig unabhängig davon, ob man nun grundsätzlich für oder gegen die Einführung der Studienbeiträgen ist. Diese Modelle werden in der Universität aber schon lange diskutiert.Frage:
Sie begrüßen also das Mehr an Entscheidungsautonomie, das die Landesregierung den Hochschule möglicherweise zubilligen will?Harms:
In dem Rahmen, den die Koalitionsvereinbarung gesetzt hat, ganz sicher. Sehr schwierig wäre es nur, wenn die Hochschulen selbst die Höhe der Studienbeiträge festlegen müssten. Diese Überlegungen gibt es ja auch. Sie würden die Hochschulen, die ja gerade erste Erfahrungen mit der Beteiligung von Studierenden an der Finanzierung des Studiums machen, in einen sehr problematischen Wettbewerb treiben.Frage:
Die Universität Hamburg belohnt Studierende für außergewöhnliche Leistungen im Extremfall mit einer kompletten Befreiung von der Studiengebühr. Ist dies nicht ein vernünftiges Vorgehen?Harms:
Auch hier Zustimmung. Im Kleinen haben wir ein solches Modell auch schon. Es gibt für ausländische Studierende, die ihr Pensum besonders gut erledigen, die Befreiung von den Studienbeiträgen.thema: Flexible Studiengebühren
Gerhard Harms, Sprecher der
Universität Oldenburg
