Oldenburg - Mit geschickten Handbewegungen bindet sich Dr. Florian Schaller seine blaue Krawatte – blind, ohne Spiegel. Die Krawatte ist verzier mit naturwissenschaftlichen Formeln. Sie zeichnet Schaller aus. Als Preisträger des Klaus-von Klitzing-Preises 2016. Diesen Preis bekam er am Dienstagabend in der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg verliehen.
Schaller, 48 Jahre alt, ist Lehrer an der Schiller Schule in Bochum und Vater von vier Kindern. Den Preis erhält er für seine engagierte Arbeit in den MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Schaller unterrichtet Biologie und Chemie und hat das „Schillermobil“ entwickelt.
Mobil steht dabei nicht in erster Linie für Beweglichkeit, sondern für molekularbiologisches Labor. Mobil ist es trotzdem, denn es gibt keinen Raum für das Labor.
Bochumer setzt sich gegen 36 Mitbewerber durch
Das könnte sich nach dem Preis nun ändern. Der Klaus-von-Klitzing-Preis wird von der EWE Stiftung und der Universität Oldenburg verliehen und ist mit 15 000 Euro dotiert. „Ein Traum wäre es – und da gibt es auch schon erste Gespräche – einen festen Raum für das Labor in der Schule einzurichten“, sagt Schaller.
Schaller konnte sich gegen 36 Mitbewerber aus ganz Deutschland durchsetzen – obwohl er sich gar nicht selbst anmeldete. Dies tat eine Kollegin, die seine Kollegialität hervorhob, welche auch ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury war.
Schon Schüler fürs wissenschaftliche Arbeiten begeistern
Die Laudatio auf den Preisträger hält eine ehemalige Schülerin. Lea Tollrian studiert mittlerweile Medizin und erklärt, warum das Schillermobil so sinnvoll für die Schüler ist. „Wir bekommen so einen genaueren Einblick in die wissenschaftlichen Verfahren und werden gut aufs Studium vorbereitet.“
Dem Namensgeber des Preises, Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzinger, ist es wichtig, Lehrer zu fördern, die ihre Schüler begeistern. Denn dann haben die Schüler Freude am Unterricht und da die MINT-Fächer für die Zukunft Deutschlands sehr wichtig seien, könne man nicht für genug mit der Nachwuchsförderung beginnen.
