UNTERLüß/HANNOVER - In der Lüneburger Heide könnte inzwischen bereits ein zweiter Wolf leben. Anfang des Jahres hätten Jäger an zwei weit auseinanderliegenden Orten fast zur gleichen Zeit Wölfe gesichtet, sagte der Leiter der Forstverwaltung von Rheinmetall, Theo Grüntjens, am Freitag in Unterlüß (Kreis Celle).

„Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass es einen zweiten Wolf gibt.“ Auf dem Testareal des Wehrtechnikunternehmens war im Mai 2007 ein erster Wolf sicher identifiziert worden. Das Umweltministerium bestätigt die Existenz weiterer Tiere noch nicht. „Spuren sind sehr schwer nachzuvollziehen“, sagte Sprecherin Jutta Kremer-Heye.

Von dem Wolf aus Unterlüß, der fotografiert werden konnte, sei noch nicht einmal das Geschlecht bekannt. Anfang Mai will die Tierärztliche Hochschule Hannover Untersuchungsergebnisse zu einem Wolfsrüden vorlegen, der Mitte Dezember 2007 von Jägern im Wendland bei Gedelitz (Kreis Lüchow-Dannenberg) erschossen worden war. Vermutlich stammt das Tier aus Ostdeutschland und war auf Partnersuche. „Man kann auch feststellen, aus welchem Rudel das Tier kam“, erklärte Kremer-Heye. Auch damit es nicht zu weiteren Abschüssen des streng geschützten Wolfes kommt, hat das Ministerium zusammen mit der Landesjägerschaft, den Forstbehörden, Jagdpächtern, Schafzüchtern und Landkreisen eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

Forstchef Grüntjens ist überzeugt, dass die Art ihre Chance nutzen und sich in der Heide vermehren wird: „Die Lebensvoraussetzungen sind optimal.“