VECHTA - Gleich zwei Stichtage haben 2010 die Weichen für die Zukunft akademischer Ausbildung im Oldenburger Münsterland gestellt. Nach einem Beschluss des Niedersachsen-Landtages zum neuen Hochschulgesetz vom 8. Juni trug die bisherige Hochschule Vechta die lange erwartete Bezeichnung Universität. Mit einem Universitätstag am 29. Oktober wurde der Namenswechsel offiziell gefeiert. Zu den Ehrengästen zählte Wissenschaftsministerin Prof. Johanna Wanka (CDU).
Campus als Baustelle
Seitdem hat das Präsidium der Universität Vechta unter der Leitung von Prof. Marianne Assenmacher den Ausbaukurs der Einrichtung zu einer attraktiven und modernen Hochschule konsequent fortgesetzt. Als Stufen auf dem Weg der Profilierung zählen unter anderem der erste Spatenstich für ein neues, knapp 600 Studenten Platz bietendes Hörsaal- und Seminargebäude am 6. April, der Ausbau des Promotionskollegs mit der Fachhochschule Hannover sowie die für den 9. Mai geplante Einweihung eines Selbstlernzentrums im Sprachenzentrum. Dort können Studenten und Mitarbeiter ihre Kenntnisse in derzeit 13 Sprachen mit Hilfe spezieller Softwarepakete in Eigenarbeit vertiefen.
Darüber hinaus ergänzen ab dem Wintersemester 2011/2012 die Masterstudiengänge Kultureller Wandel und Geografien ländlicher Räume, der am Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISP) angesiedelt ist, den Vechtaer Fächerkanon. Bereits seit dem Wintersemester 2010/2011 läuft zudem für Bachelorstudenten der Teilstudiengang Kulturwissenschaften.
Dem durch den doppelten Abiturjahrgang und die Aussetzung der Wehrpflicht zum Wintersemester 2011/2011 erwarteten Andrang von Erstsemestern tritt die Universität Vechta ganz pragmatisch entgegen: 200 zusätzliche Bachelor-Studienpätze (Grundstudium), verteilt auf die Bereiche Combined Studies, Gerontologie (Alternswissenschaften), Soziale Arbeit und Dienstleistungsmanagement stehen vom Herbst an zur Verfügung.
Köpfe für die Lehre
Die Ausweitung der Lehre erfordert personelle Verstärkung. Dafür stehen Neuberufungen, wie Prof. Elke Kalbe (Psychologische Gerontologie), Prof. Norbert Lennartz (Anglistische Literaturwissenschaft) oder Prof. Christine Vogel (Geschichte). Weitere Zugänge sind für die kommenden Monate zu erwarten. Bei Zugängen in diesem Bereich, das wissen die Verantwortlichen aus den Auswahlverfahren, kann die Universität Vechta neben einer Position mit Perspektiven auch Standortvorteile, etwa ein umfassendes Bildungsangebot und einen hohen Freizeitwert ins Feld führen.
Zudem sieht der wissenschaftliche Nachwuchs Vechta als Sprungbrett. Das beweisen zwei zum Wintersemester 2010/2011 eingerichtete Juniorprofessuren zum Thema Gender. Kim-Patrick Sabla arbeitet seit dem 15. September 2010 am Institut für Soziale Arbeit, Bildungs- und Sportwissenschaften. Sein Kollege Kim Philip Schumacher ist seit 1. Oktober 2010 für das ISPA tätig. In Vechta sehen sie gute Voraussetzungen, um sich wissenschaftlich zu verwirklichen.
Regionale Leuchttürme
Die Anstrengungen der Universität Vechta finden auch überregional Anerkennung. So schafften es etwa die Akademien Qualität der Lebensmittelproduktion (Start: 2001) und Pferdemanagement (Start: 2006) unter 249 Bewerbungen in die Runde der letzten Fünf beim aktuellen NordWest Award der Bremer Landesbank. Der Wettbewerb dokumentiert Projekte, die mit Engagement und Kreativität die Nordwest-Region prägen. Dieser Erfolg war Präsidentin Assenmacher auch wenn es am Ende nicht für Sieg und eine fünfstellige Prämie reichte das Prädikat Leuchtturmprojekte wert.
