Der Einzugsbereich hat sich vergrößert, sagt die stellvertretende Pressesprecherin Dr. Corinna Dahm-Brey. Andere Unis fragen nach dem Oldenburger Konzept.
Von Thomas Hellmold
Frage: Frau Dr. Dahm-Brey, die zweite Auflage der Kinder-Universität macht Pause bis September. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?
Dahm-Brey: Sie fällt ausgesprochen positiv aus. Wir merken, dass das Interesse nach wie vor immens groß ist. Deshalb haben wir uns ja auch entschlossen, die letzten beiden Vorlesungen im Doppelpack anzubieten.
Frage: Werden Sie das fortsetzen?
Dahm-Brey: Das ist noch nicht entschieden. Wir haben eine Beobachtung gemacht, die uns nicht so gut gefällt, nämlich dass bei der Zusatzveranstaltung am frühen Nachmittag ein hoher Prozentsatz an Kindern waren, die nicht unserer Zielgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen entsprechen . . .
Frage: . . . die also jünger waren?
Dahm-Brey: Ja, zum Teil sehr viel jünger. Etwas zu präsentieren, das auch diese Altersgruppe mit abdeckt, ist ein fast unlösbares Problem, sowohl organisatorisch als auch für die Dozenten. Das ist für die Kinder frustrierend und für die Vorlesenden auch. Ich glaube, dieses Problem ist vielen Eltern gar nicht bewusst.
Frage: Zumal viele Kinder aus der eigentlichen Zielgruppe keine Eintrittskarte ergattern konnten?
Dahm-Brey: Ja, das hat verständlicherweise zu Unmut geführt. Wir können da nur an die Einsicht der Eltern kleinerer Kinder appellieren.
Frage: Bei der Erstauflage der Kinder-Uni im vergangenen Jahr kamen die Kinder in der Mehrzahl aus Oldenburg und der näheren Umgebung. Hat sich daran etwas durch den dezentralen Kartenvorverkauf geändert?
Dahm-Brey: In der Tendenz ja. Die Kinder-Universität hat mittlerweile einen riesigen Einzugsbereich. Wir verzeichnen zunehmend Teilnehmer aus dem ganzen Nordwestraum, sogar aus Bremen kommen welche.
Frage: Obwohl Bremen eine eigene Kinder-Uni hat?
Dahm-Brey: Ja, aber erst seit diesem Jahr.
Frage: Das Oldenburger Beispiel macht also Schule?
Dahm-Brey: Kinder-Unis werden mittlerweile an vielen Hochschulen angeboten. Das Oldenburger Konzept scheint sich aber herumgesprochen zu haben. Wir erhalten oft Anfragen aus anderen Universitäten, die wissen wollen, wie wir es anstellen, dass wir so erfolgreich sind. Das freut uns natürlich sehr.
