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Umwelt Wildeshausen: Giftalarm in Räumen der Grundschulen

WILDESHAUSEN - „Ich hätte zu Beginn der Osterferien gern eine andere Nachricht überbrach“, gab Jens Kuraschinski, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, zu. In Klassenräumen der Holbeinschule sowie im gemeinsamen Verwaltungstrakt mit der St.-Peter-Schule Wildeshausen wurden deutlich erhöhte PAK- (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) und PCB-Werte (Polychlorierte Biphenyle) gemessen. PAK und PCB können krebserregend wirken. Der Raum 40 im Untergeschoss der Holbeinschule enthält einen asbesthaltigen Fußbodenbelag. Die Räume wurden gesperrt.

Klasse in Schulküche

„Vor allem in den Morgenstunden haben wir deutliche Geruchsbelästigungen gemerkt“, sagte Heike Röhl, Schulleiterin der Holbeinschule. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Ingrid Lutze, Konrektorin der Grundschule St. Peter, sowie Martina Möhlenbrock, Sebastian Pundsack und Kuraschinski aus der Stadtverwaltung sah sie sich am Dienstag die Räume an. „Bei PCB liegt der Grenzwert bei 300 Nanogramm pro Kubikmeter; das Bremer Umweltinstitut hat 1000 gemessen“, klärte Ingenieurin Möhlenbrock auf. Der zulässige PAK-Wert liege bei 2000; in der Grundschule sei ein Wert von 17 000 gemessen worden. Die Ergebnisse lagen am Montag vor; umgehend seien Schulleitungen und Politik informiert worden. Eine „direkte Quelle“ sei im Verwaltungstrakt noch nicht gefunden worden, so Möhlenbrock. Daher messen die Fachleute in dieser Woche noch einmal.

Klar scheint der Fall im Raum 40 der Holbeinschule. Dort ist der Fußbodenbelag asbesthaltig, wie eine Probe ergab. Sobald der jahrzehntealte Boden Risse bekomme, könne das gefährliche Mineral in die Atemluft entweichen, so Kuraschinski. Im „schlimmsten Fall“ seien noch vier weitere Klassenräume (Räume 41 bis 44) betroffen, die mit dem gleichen Fußbodenbelag ausgestattet worden sind.

Auf Hochtouren suchen Verwaltung und beide Schulleitungen nun Alternativen, um nach den Osterferien wieder einen geregelten Unterricht an den Grundschulen durchführen zu können. Insgesamt wären gut 100 Kinder von möglichen „Umzugsmaßnahmen betroffen“, meinte Röhl. Eine Klasse soll in der Aula, eine andere in der Schulküche untergebracht werden. Das Lehrerkollegium er Holbeinschule könne bei den Kollegen von St. Peter unterkommen, bot Ingrid Lutze an. Noch kein „Ausweichquartier“ sei für die gemeinsame Schulsekretärin Angela Jenkner gefunden worden. Röhl: „Im Mai kommen die Schulanmeldungen auf uns zu.“ In Aussicht gestellt wurden auch Klassenräume in der alten Wallschule. Der Weg für die Kinder an die Heemstraße sei aber zu weit, hieß es.

Container reserviert

Sicherheitshalber will die Verwaltung schon Container reservieren lassen. Ob diese wirklich erforderlich sind, war am Dienstag noch unklar. Es würden weiterhin alle Möglichkeiten, auch bei der benachbarten Berufsbildenden Schule, geprüft.

„Die Sanierung soll schnellstmöglich durchgeführt werden“, kündigte Kuraschinski an. Die Arbeiten sollen bis zum Ende der Sommerferien abgeschlossen werden. Zu den Kosten wollte die Verwaltung noch keine Angaben machen. Vor zwei Jahren waren auch deutlich erhöhte PAK-Werte in mehreren Räumen der Realschule Wildeshausen gemessen worden. Die Zimmer wurden aufwendig saniert.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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