WILHELMSHAVEN - Das „grüne Kind“ der Stadt Wilhelmshaven, der Botanische Garten, feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Grund genug, den Neujahrsempfang am Sonntag, 8. Januar, besonders zu begehen: mit einer großen Geburtstagstorte.

Ab 14 Uhr steht der Botanische Garten allen Interessierten offen. „Außer einem Stück Geburtstagstorte gibt es zum Neujahrsempfang einen Ausblick auf Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit des Gartens“, so Claudia Behrbohm, 1. Vorsitzende des Freundeskreises Botanischer Garten Wilhelmshaven. Zusammen mit Gartenleiterin Dr. Sigrid Heider und Conny Perschmann von „grün & bunt“ wird Behrbohm auf die Gartengeschichte zurückschauen und die Pläne für 2012 vorstellen.

Vor 100 Jahren schuf Hinrich Schmidt, Lehrer an der damaligen Grodenschule, die Grundlage für den Garten. Er legte zwischen 1912 und 1914 einen Schulgarten von 500 Quadratmetern Fläche an. Den Ersten Weltkrieg überdauerte der Garten ohne seinen Betreuer und wurde zur Eigenversorgung genutzt.

Von zunächst 1922 bis 1923 gelang es Georg Harms, ebenfalls Lehrer, den Garten wieder als Lehrgarten zu etablieren und in den Folgejahren auszubauen. Eine große Erweiterung erfuhr die Anlage in den Jahren 1930 bis 1934: sie wurde auf eine Fläche von 1550 Quadratmetern vergrößert und umorganisiert. Im Oktober 1944 wurde der Garten bei einem schweren Bombenangriff fast vollständig zerstört.

Im Auftrag der Stadt machte sich Harms nach Kriegsende an den Neuaufbau, allerdings ohne die Schule.

Am 15. November 1947 wurde der Garten offiziell durch Ratsbeschluss zum „Botanischen Garten der Stadt Wilhelmshaven“. Heute hat er ein Fläche von 8500 Quadratmetern. Kernstück ist der Pflanzensoziologische Garten mit den wichtigsten Pflanzengesellschaften des nordwestdeutschen Flachlandes.

Der 100. Geburtstag des Gartens ist jedoch nicht das einzige Jubiläum, auf das beim Neujahrsempfang hingewiesen werden soll: vor zehn Jahren wurde der Freundeskreis Botanischer Garten gegründet, der die Arbeit des Gartens unterstützt.

„Im Anschluss an den Ausblick bietet sich den Besuchern noch Gelegenheit zu einer Führung durch den Garten samt Tropenhaus“, so Heider.