WILHELMSHAVEN - „Doch, es hat mir gefallen“, sagt Vivian. Gerade hat sie ihren neuen Klassenraum in Augenschein genommen, ebenso wie ihre Klassenkameradin Antonia. Beide haben bis zu den Sommerferien die Elisabethschule in Fedderwardergroden besucht. Seit Donnerstag sind sie in der Klasse 3b der neuen Katholischen Grundschule Wilhelmshaven, die im Schulgebäude an der Oldeoogestraße eingerichtet wurde. Da die beiden Mädchen von den Eltern zur Schule gebracht wurden, warten sie nun auf dem Schulhof, dass der Bus mit den anderen Kindern aus dem Stadtnorden kommt.
Sie sind nicht die einzigen, die neugierig Ausschau halten: Schulleiterin Ursel Kindel, Lehrerinnen, Eltern, einige Kinder. „Rocco, wenn du reinkommst, die zweite Klasse rechts“, wird ein Junge instruiert, der gerade seinen neuen Lernort ansteuert.
Eltern bringen Kinder
Hans-Gerhard Giersdorf und Rolf Oldendorf von der Schulverwaltung und Schulausschuss-Vorsitzender Helmut Möhle stehen vor der Schule, um sich zu überzeugen, dass alles läuft. Etwas erstaunt verfolgen sie, dass sehr viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Der große Schulbus, der von Voslapp über Fedderwardergroden, Coldewei, an Rüstersiel vorbei durch Altengroden fährt, kann an diesem Morgen noch nicht in die Oldeoogestraße einbiegen.
Das Haltestellenschild wurde erst am Vortrag aufgestellt. Auch die Schulverwaltung musste lernen: Ein Verkehrsschild muss erst 72 Stunden stehen, bevor es gültig ist“. Also hält der Bus erst am Montag vor der Schule. Bis dahin müssen die Kinder an der Haltestelle in der Peterstraße aussteigen. Fast alle, die sich vor der Schule versammelt haben, setzen sich als Empfangskomitee in Bewegung.
Die Wiedersehensfreude ist groß. Aus dem Bus steigen auch Frank Hansmann, Elternratsvorsitzender der aufgelösten Elisabethschule, und Frank Rademacher, Betriebsleiter der Stadtwerke Verkehrsbetriebe, aus. Nur 42 statt der 58 gemeldeten Kinder seien mitgefahren, berichtet Rademacher. Auch stiegen nicht alle an den vorgesehenen Haltestellen ein. Aber das werde sich einspielen.
Bereits erledigt hat sich der Zubringerbus aus Sengwarden: Das einzige Kind wird von den Eltern chauffiert.
Neue Situation für Nachbarn
Ebenfalls einspielen wird sich die Verkehrssituation in der engen Oldeoogestraße, da sind sich Kindel, Möhle und Giersdorf einig. Manche Anwohner müssen sich erst wieder daran gewöhnen, dass nach zweijähriger Pause wieder Lehrer, Eltern und Besucher Parkplätze beanspruchen. „Es kann nur gut werden“, sagt die Schulleiterin zur Zukunft der neuen Grundschule.
Heike Hinrichs und Rüdiger Heinrich haben ihre Söhne begleitet. „Sehr hell, freundlich und übersichtlich“ finden sie das nun fertig sanierte Gebäude.
Die Söhne, beide zuvor in der Ansgarischule, hätten unterschiedlich reagiert. „Boah, schön“, habe der eine ausgerufen. „Die alte war schöner“, der andere.
Frank Hansmann, der als Elternvertreter im Stadtnorden Einwände gegen die Zusammenlegung der katholischen Grundschulen am Standort in Bant vorzubringen hatte, macht gerade fürs Erinnerungsalbum ein Klassenfoto der 3b. „Ist schön geworden“, sagt er zum Gebäude. Nun müsse nur noch Leben herein.
Die Eltern wollen ihren Teil zum Gelingen beitragen. Am Schulgarten haben sie kräftig Hand angelegt. Die noch ausstehende Arbeit soll bei einem zweiten Arbeitseinsatz erledigt werden.
