WILHELMSHAVEN - Die Kinder der Klasse 3 b der Grundschule Peterstraße staunten gleich doppelt: Einmal, als sie entdeckten, wie viel wuseliges Leben sie mit einem feinmaschigen Kescher aus dem Ringgraben um die Sibetsburg fischen konnten, das zweite Mal, als sie anschließend hörten, den 1000. Teilnehmer der Projekte der Mobilen Umweltbildung („Mobilum“) in ihren Reihen zu haben.

Das bedeutete zur Freude der 20-köpfigen Gruppe auch, dass sie aus den Händen der Initiatorinnen und Begleiterinnen von Mobilum, Susanne Ekhoff und Petra Walentowitz, kleine aber feine Geschenke erhielten, die der Naturschutzbund NABU Niedersachsen als Projektträger zur Verfügung gestellt hatte. Ein unter anderem mit Becherlupen, Bestimmungsbüchern und anderen Dingen prall gefüllter Rucksack wird jetzt das Forscherinteresse der Jungen und Mädchen sicher weiter beflügeln.

Erst vor einem Jahr ging Mobilum, angesiedelt beim Fachbereich Umwelt des Landkreises Friesland, an den Start und ist seitdem mit in diesem Maße ungeahntem Erfolg in den Landkreisen Friesland, Wittmund und im Bereich der Stadt Wilhelmshaven unterwegs. „Wir haben eine tolle Nachfrage“, freut sich Petra Walentowitz, „wir hatten gar nicht zu hoffen gewagt, dass dies so gut angenommen wird.“

Das grüne Refugium mitten in der Gartenstadt Siebethsburg ist für die Schüler ein tolles Gelände, in dem die Natur buchstäblich unter die Lupe genommen werden kann.

Spannend finden die Kinder den Blick auf die Kleinlebewesen, die sich im Grabengewässer tummeln, erfahren die Kinder beim genaueren Betrachten ihres Kescherfangs. Da entdecken sie zum Beispiel Libellenlarven, Wasserlarven und sogar einen kleinen Fisch. Am Rand verfolgen sie den Weg einer Raupe des Tagpfauenauges auf einem Brennnesselblatt, schauen nach allem, was krabbelt.

Das Mobilum-Programm bietet verschiedene Angebote des Naturentdeckens und -erlebens und bezieht die Jahreszeiten ein, vom „Frühlingserwachen“ über die „Sommerfrische“ bis hin zum „Keschern – was lebt im Wasser?“. Für Petra Walentowitz und Susanne Ekhoff – für Anmeldungen erreichbar unter Tel. 0151-51440-267/9, E-Mail: mobilum@friesland.de – ist es das Wichtigste, die „Neugier auf Natur“ bei den Kindern zu wecken: „Entscheidend ist, dass wir mit den Kindern nach draußen gehen und ihnen in unserer visualisierten Welt auch den Impuls geben, aus eigenem Antrieb nach draußen zu gehen.“

Beeindruckt und nachdenklich gemacht haben die Mobilum-Initiatorinnen Erlebnisse, wie jenes mit einem neunjährigen Mädchen, das nach der Teilnahme freudestrahlend berichtete: „Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben über einen Graben gesprungen!“ oder die Aussage von Schülern, die Wildbienen auf ihren Armen hochkrabbeln ließen – „das war so spannend, wie ein Haustier auf dem Arm zu haben“.

Das Mobilum-Projekt, das finanziell auch von der EWE, dem Landkreis Friesland, der Barthel-Stiftung, Umweltstiftung Weser-Ems, Ja-Wir-Stiftung und Philipp-Orth-Stiftung unterstützt wird, hat als Schirmherrn aus den Reihen des NABU Prof. Michael Succow von der Universität Greifswald, Träger des Alternativen Nobelpreises.