WILHELMSHAVEN - Die Stadt Wilhelmshaven verkauft das Grundstück, auf dem die ehemalige Schule Neuende steht, an einen Investor aus Wilhelmshaven. So hat es eine große Mehrheit am Mittwoch im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung beschlossen. Als Kaufsumme stehen 150 000 Euro im Raum. Das Areal in Neuende ist 4200 Quadratmeter groß.

Die SPD hatte in ihrer Fraktionssitzung am Montag beschlossen, einem Verkauf zuzustimmen. Die Fraktion setzte sich damit über einen Parteitagsbeschluss hinweg. Dort hatten die Genossen entschieden, das historische Gebäude nicht zu verkaufen, sondern es zum Bürgertreff umzubauen.

Die CDU hatte sich als zweite große Fraktion bereits vor Monaten für einen Verkauf stark gemacht, als ein anderer Investor noch bereit war, mehr als 200 000 Euro auf den Tisch zu legen. Da das Areal nicht mehr als Schule genutzt werden wird (im Gespräch ist der Bau von Altenwohnungen), ist eine Änderung des Bebauungsplans notwendig, wie Harald Witte, Abteilungsleiter Port­foliomanagement beim städtischen Eigenbetrieb „Grundstücke und Gebäude der Stadt“ (GGS), erklärte.

Der Rat hatte bereits zuvor beschlossen, dass das histo­rische Gebäude auf jeden Fall erhalten bleiben muss.

Mitglieder der „Bürgerinitiative zum Erhalt der ehemaligen Schule Neuende“ haben vor der Ratssitzung protestiert. Sie verteilten Flugblätter an die Ratsvertreter, auf denen von einer „Verramschung“ des Schulgebäudes die Rede ist. Das Kaufangebot soll unter dem Buchwert liegen, so die Initiative. Ferner sei zwar der Erhalt des Gebäudes zugesichert worden, aber nicht die weitere Beplanung des Grundstückes. So könnten dort weitere Gebäude entstehen.

Die Mitglieder der Bür­gerinitiative sorgten sich außerdem um die unter Schutz stehenden Fledermäuse, die in einem zum Schulgelände gehörenden Flachbunker Quartier bezogen haben. Der Bunker soll, so die BI, an den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verkauft werden.