• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Bildung

Ausbildung In Oldenburg: Wo Studenten Roboter tanzen lassen

09.09.2015

Oldenburg „Mein Akku muss bald aufgeladen werden“, sagt der 56 Zentimeter hohe Roboter. Wenig später, nach einer saftigen Ladung Strom aus der Steckdose, geht’s dem kleinen Kerl – der französische Hersteller nennt das Modell NAO – schon wieder besser. Der weiße-rote Kleinroboter steht ganz alleine auf und tanzt eindrucksvoll zu Thriller von Michael Jackson, legt einen Twist hin, reißt die Arme in die Luft, lässt zwei Finger vor seinen Knopfaugen entlanggleiten und streikt, als aus seinen Lautsprechern die Musik zum legendären Ententanz dröhnt.

Der tanzende NAO ist einer von zwölf Kleinrobotern, die an der Jade Hochschule im Studiengang „Assistive Technologien“ eingesetzt werden. Hinter dem etwas abstrakten Namen verbirgt sich ein spannendes Bachelor-Studium, das junge Menschen in die Lage versetzt, moderne Technik so zu entwickeln, das sie für den Menschen von hohem Nutzen ist. So können die Studierenden bei Frank Wallhoff nicht nur lernen, die Roboter durch eine entsprechende Programmierung tanzen zu lassen. Der 44-Jährige ist Professor für Assistive Technologien und sagt: „Unser Studiengang begreift sich als Schnittstelle zwischen Mensch und Technik.“ Und so sollen die Roboter nicht nur tanzen, was witzig aussieht, sondern Ziel ist es beispielsweise, dass die höchst beweglichen Plastikmännchen eines Tages zuvor aufgezeichnete und abgespeicherte Bewegungsabläufe eines Krankengymnasten nachmachen. „Dann kann man den Patienten einen Roboter mit nach Hause geben, der dann nochmal genau vormacht, welche Übungen der Patient machen soll“, gibt Wallhoff ein konkretes Beispiel dafür, für welche Zwecke ein NAO künftig eingesetzt werden könnte.

Noch freie Studienplätze

Bis zum 14. September besteht noch die Möglichkeit, sich auf die letzten freien Plätze des Studiengangs „Assistive Technologien“ am Standort Oldenburg der Jade Hochschule zu bewerben. Über die Vergabe wird per Los entschieden.

Erworben werden profunde ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse. Absolventen dieses Studienprogramms werden zu Experten an der Schnittstelle von Mensch und Maschine.

Mehr Infos unter www.jade-hs.de

Größte „Aufzucht“

Die Jade Hochschule besitzt nach eigenen Angaben neben der Hochschule Pforzheim die größte „Aufzucht“ an humanoiden Kleinrobotern. NAO ist neben seinen 25 Freiheitsgraden mit zwei Kameras, vier Mikrofonen und zwei Lautsprechern ausgestattet. So kann er zusammen mit Berührungs-, Ultraschall- und Infrarotsensoren interaktiven Kontakt mit seiner Umwelt aufnehmen und auf sie reagieren.

„Ich wollte immer etwas Technisches studieren, aber den Faktor Mensch nicht außer Acht lassen“, sagt Janis Kröger, Student der „Assistiven Technologien“ an der Jade Hochschule. „Beides wird in meinem Studiengang berücksichtigt.“ Denn wer Technologien entwickeln möchte, die das Alltagsleben von kranken oder alten Menschen leichter machen, brauche nicht nur technische Kenntnisse, sondern sollte auch die Bedürfnisse der Anwender kennen. „Ziel ist es, Menschen zu helfen, die eigene Mobilität zu erhalten, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben und vor Gefahren zu schützen“, erläutert Professor Wallhoff.

Ein Klassiker aus seinem Bereich sind Hausnotrufsysteme, bei denen per Knopfdruck Hilfe angefordert werden kann. Mit Blick auf künftige Systeme werde gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut an einer akustischen Szenenanalyse gearbeitet. Das bedeutet, dass beispielsweise durch einen Hilfeschrei ein Alarm ausgelöst werden kann, dass Verwandte informiert werden, wenn eine ältere Person nachts im Schlaf plötzlich laut röchelt oder dass die Polizei informiert wird, wenn etwa das Geräusch einer zerschlagenen Scheibe registriert wird. „Das ist ein unheimlich spannendes und breites Forschungsfeld“, wirbt Wallhoff für seinen sieben Semester umfassenden Bachelor-Studiengang, der auch einen Auslandsaufenthalt und internationale Kontakte ermöglicht.

Nicht nur für „Freaks“

Spaß und Interesse an Technik sollten Bewerber laut Wallhoff schon haben, ein richtiger „Technik-Freak“ könne, aber müsse man nicht sein. „Bei uns kommt es ja immer darauf an, bei aller Faszination für technische Abläufe den Faktor Mensch im Blick zu behalten“, betont Wallhoff.

In dem Studiengang werden ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse mit Grundlagen- und Methodenwissen aus Medizin, Gerontologie, Gesellschaftswissenschaften sowie aus Architektur und Bauwesen erworben. Die vielseitige fachwissenschaftliche Ausbildung öffne den Absolventinnen und Absolventen eine Reihe von attraktiven Arbeitsgebieten: In elektro- und medizintechnischen Unternehmen, Ingenieurbüros für technische Fachplanung und auch an Forschungseinrichtungen sind Ingenieure an der Entwicklung neuer assistiver Technologien oder assistenzgerechter Produkte beteiligt. „Unsere Absolventen haben auf dem Arbeitsmarkt sehr gute Möglichkeiten und Chancen“, sagt Wallhoff, der seine Professur an der Jade Hochschule seit Juli 2010 innehat.

Weitere potenzielle Arbeitgeber seien Wohlfahrtsverbände, Wohnungsgesellschaften und große Klinik-und Pflegeeinrichtungen, die in den vergangenen Jahren verstärkt Bedarf anmeldeten. „Bei uns gibt es keinen Massenbetrieb in überfüllten Vorlesungssälen“, hebt Wallhoff hervor. Gelernt werde in einer ausgewogenen Mischung aus Seminaren, Praktika und überschaubaren Vorlesungen mit Zeit für Fragen und Übungen.

NWZ-Jobs.de
Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
Rufen Sie mich an:
0511/1612315
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.