LONDON - Silbermedaillen-Gewinnerin Britta Heidemann hat nach der umstrittenen Sekundenentscheidung im Degen-Halbfinale der Olympischen Spiele eine Regeländerung angeregt. Das war kein Fehler der Athleten, sondern ein Fehler der Technik. Das darf nicht passieren, sagte die 29-Jährige. Mit dem letzten Treffer hatte sie den Weg zur Medaille klargemacht, doch weil im Fechten als kleinste Zeiteinheit die Sekunde und nicht Zehntel oder gar Hundertstel angezeigt werden, herrschte minutenlanges Wirrwarr mit Protesten und Jury-Diskussionen.
Erst nach über einer Stunde stand ihr Finaleinzug fest; Shin A-Lam saß in dieser Zeit aus Protest auf der Planche. Die österreichische Obfrau Barbara Csar wurde im Internet aufs Übelste beleidigt. Du bist eine Rassistin, schimpfte ein Nutzer des Netzwerkes Twitter. Südkoreaner veröffentlichten darüber hinaus sowohl die E-Mail-Adresse Csars als auch deren Telefonnummer im Internet.
Doch nicht nur beim Fechten erlitt Olympia technische Pannen: Beim Schwimmen hüpften gleich mehrere Athleten ins Wasser, nachdem sie ein vermeintliches Startsignal gehört hatten. Und im Turnen mussten die Japaner sogar gegen einen Landsmann protestieren, um doch noch eine Medaille zu gewinnen.
Alle sind nur Menschen, jeder darf Fehler machen, sagte Andre Geisbühler, der Generalsekretär des Weltturnverbandes FIG. Das wollte der deutsche Kampfrichter Holger Albrecht nicht so stehen lassen. Beim Tempo der Übung kann man nicht von einem Fehler der Kampfrichter sprechen, sagte er. Gut, dass es im Turnen schon den Videobeweis gibt. Ein Allheilmittel ist die Technik aber nicht.
