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NWZonline.de Region

140 Sprecher für Patienten

13.05.2016

Hannover /Delmenhorst /Oldenburg „Ab sofort gibt es eine weitere Möglichkeit, Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen.“ Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) zieht mit der Einrichtung von „Patientenfürsprechern“ die Konsequenz aus den Klinik-Morden des Pflegers Niels Högel. Alle über 180 niedersächsischen Krankenhäuser sind gesetzlich verpflichtet, diese neue Position einzurichten. „Es fehlen nur noch 40 Kliniken, die anderen haben bereits einen Patientenfürsprecher“, zieht Rundt eine positive Bilanz nach dem Beschluss des Landtags.

Die Fürsprecher sollen als Seismograph dienen, Patienten zuhören und das Gefühl geben, „dass sich jemand um sie kümmert, dass Patienten sich frei äußern können“, sagt Rundt. „Auch zu kleinen Problemen.“ Eine Amtszeit gibt es nicht. „Patientenfürsprecher werden ohne Begrenzung berufen“, sagte Ministerin Rundt der NWZ.

Die Sozialministerin will bei den fehlenden Kliniken nicht locker lassen. Bis Jahresende muss Vollzug gemeldet werden. Die Ministerin kündigt Mahnbriefe an und droht säumigen Krankenhausleitungen „mit Bußgeld und der Ernennung eines vom Ministerium eingesetzten Patientenfürsprechers“.

Die Vorstellung des Landesschutzbeauftragten folgt bald. „Es gibt noch ein Gespräch“, kündigt Rundt an. Der Beauftragte der Landesregierung soll sämtliche Patientenfürsprecher koordinieren. Dazu gehört auch die Ausbildung der ehrenamtlich ­Tätigen durch den Sozialverband Deutschland zu Themen wie gesetzliche Voraussetzungen, Schweigepflicht, Datenschutz und Konfliktlösung an sieben Standorten in Niedersachsen.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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