HANNOVER/BERLIN - Hannover/Berlin/DPA Das Atomkraftwerk Biblis soll mit Nebelanlagen vor terroristischen Anschlägen aus der Luft geschützt werden. Das hessische Umweltministerium erklärte, es habe dem Betreiber RWE die „atomrechtliche Genehmigung für äußere Sicherheitsmaßnahmen am Kernkraftwerk Biblis mit Zustimmung des Bundesumweltministeriums erteilt“.

Eine erste Pilotanlage soll ebenfalls am niedersächsischen Atomkraftwerk Grohnde in Betrieb gehen, bestätigte das Umweltministerium in Hannover. Grohnde-Betreiber E.ON wolle seine fünf übrigen Reaktoranlagen auch mit Nebelvorrichtungen umgeben. Entsprechende Anträge sind gestellt.

Nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ könnte die Vernebelungsanlage in Grohnde mit zwölf mehrere Meter hohen Nebelgranaten bestückt werden. Die Nebelmunition soll bei einem möglichen Luftangriff automatisch gezündet werden, um den Reaktor in Wolken zu hüllen und so Terrorpiloten die Treffsicherheit für ihr Zielobjekt zu nehmen.

Im Bundesumweltministerium stoßen die Vorhaben auf Bedenken. Bisher sei kein Nachweis erbracht, dass Nebelkerzen den Schutz der Atomanlagen vor Angriffen mit einem Flugzeug deutlich verbessern. Auch Greenpeace zeigte sich skeptisch. Die Vernebelung bietet keinen ausreichenden Schutz vor Angriffen aus der Luft. Keins der 17 deutschen Atomkraftwerke sei gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeuges geschützt.