HANNOVER - Kinder sollen in Niedersachsen künftig früher eingeschult werden. Kultusminister Bernd Busemann (CDU) will das durchschnittliche Alter von zurzeit 6,7 Jahren deutlich absenken. „Das ist wohl ein bisschen zu alt“, sagte Busemann in Hannover. Er könne sich vorstellen, den für die Einschulung jetzt gültigen Stichtag 30. Juni um drei Monate zu verschieben. Weitere Verschiebungen seien möglich. Die Neuregelung soll ab 2009 greifen, falls die CDU/FDP-Koalition nach der Landtagswahl weiterregieren kann.

Bisher werden in der Regel nur Kinder eingeschult, die zur Jahresmitte das sechste Lebensjahr erreicht haben. Die anderen müssen bis zum folgenden Jahr warten.

Auch die SPD sieht Handlungsbedarf. „Den einen starren Stichtag durch einen anderen zu ersetzen ist allerdings eine Verschlimmbesserung“, sagte die Schulexpertin der SPD-Landtagsfraktion, Ingrid Eckel, der NWZ . Sie forderte mehr Flexibilität beim Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule mit „mehr als einem Termin pro Jahr als Eintrittstermin“.

Busemann kündigte auch an, die Klassen schrittweise zu verkleinern. Besonderen Bedarf sieht er bei den Gymnasien. Diese haben eine durchschnittliche Klassengröße von derzeit 27,9 Schülern. Die Grünen kritisierten, dass die Klassen in Niedersachsen so groß seien wie seit 20 Jahren nicht mehr.