HANNOVER/BRüSSEL - Bundesagrarminister Seehofer plädiert für eine Meldepflicht. Weitere Kühlhäuser durchsucht.

von marco seng

und unseren Agenturen

HANNOVER/BRÜSSEL - Bund und Land gehen härter gegen die so genannte Fleisch-Mafia vor. Niedersachsen will nach dem jüngsten Fleischskandal die Kontrolle von Kühlhäusern ausweiten. „Wir werden die Landkreise auffordern, die Kühlhäuser verstärkt und gezielt auf kriminellen Fleischhandel zu untersuchen“, sagte Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) der NWZ .

Der neue Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) kündigte ebenfalls eine schärfere Gangart im Kampf gegen Lebensmittel-Sünder an. Er wolle eine Meldepflicht für Firmen einführen, denen schlechtes Fleisch angeboten wird, sagte Seehofer in Brüssel. Auch Bauern und Verbraucherschützer verlangten mehr staatliche Kontrolle. In mehreren Bundesländern durchkämmten am Mittwoch Kontrolleure weitere Kühlhäuser auf der Suche nach verdorbenem Fleisch.

Die niedersächsischen Behörden hatten in den vergangenen Tagen in einem Kühlhaus in Melle 90 Tonnen Geflügel-, Schweine-, Rind- und Pferdefleisch beschlagnahmt. 11 von 16 Proben waren nach Untersuchungen von Lebensmittelprüfern ranzig, überlagert oder verdorben. Ehlen erklärte, es sei leider nicht strafbar mit Fleisch zu handeln, dass kurz vor dem Verfallsdatum stehe. Die SPD-Agrarexpertin Karin Stief-Kreihe forderte eine umfassende Prüfung vom Schlachtbetrieb bis zum Verbraucher. „Es wird generell zu wenig kontrolliert“, sagte sie der NWZ .

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NWZ/POLITIK/1