Hannover - Kitas, Krippen und Horte bleiben in Niedersachsen bis zu den Sommerferien nur mit einer Notbetreuung geöffnet. Das geht aus der neuen Verordnung des Landes zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus hervor, die am Freitag vorgelegt wurde. An den Schulen gibt es Notbetreuungen für Kinder in kleinen Gruppen weiter wie bisher: für die Klassen 1 bis 8 von 8 bis 13 Uhr. An Ganztagsschulen kann eine zeitliche Erweiterung stattfinden.

Aus den Reihen von Eltern und Verbänden kommt scharfe Kritik. Sie sehen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefährdet. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte am Vortag erklärt, dass die Betreuungskapazitäten an den Kitas ausgeweitet werden sollen. Eine Notbetreuung sei möglich, wenn ein Elternteil dringend im Betrieb benötigt werde oder „erheblicher Verdienstausfall“ drohe.

Wie die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, nun klarstellte, greife die Notbetreuung, wenn es „keine andere Lösung“ gebe. Sie wies darauf hin, dass Eltern Entschädigungsleistungen für den Verdienstausfall beantragen können, der durch die zusätzliche Betreuungszeit angefallen sei.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent