Hannover - Nach der Trockenperiode in Niedersachsen rechnen Experten in Teilen des Landes mit einer Mückenplage. „In der langen Trockenphase trugen viele weibliche Mücken ihre fertigen Eier in sich und suchten nach Möglichkeiten, sie abzulegen“, sagte Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) in Müncheberg. Nach Unwettern vielerorts konnten und können sie das nun tun. Die Entwicklung von der Eiablage bis zur stechenden Mücke dauere etwa zwei Wochen, sagte Walther. „Wir werden bald in vielen Regionen umfangreiche Mückenpopulationen haben.“

Experten stellen zudem mehr und mehr Neuankömmlinge unter den Mückenarten fest: etwa die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus), die auch kälteres Klima verträgt. Sie habe schon Regionen in neun Bundesländern besiedelt – darunter Niedersachsen. Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurde in Deutschland bislang noch keine Übertragung von Dengue-, Chikungunya- oder West-Nil-Viren durch die Mücken bekannt. Schwere allergische Reaktionen auf Mückenstiche seien deutlich seltener als etwa auf Bienen- und Wespenstiche. Ein anaphylaktischer Schock sei extrem selten.