HANNOVER - Weitere Unregelmäßigkeiten werden vermutet. Der DGB will die fristlose Kündigung Lüers.

von marco seng,

redaktion hannover

HANNOVER - Die Affäre um Bonus-Zahlungen bei der AOK weitet sich aus: Gesundheitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will wissen, ob es auch vor 2002 Unregelmäßigkeiten bei der Krankenkasse gegeben hat. Sie kündigte am Freitag eine umfassende Prüfung der Tätigkeit von Vorstand und Verwaltungsrat an.

Die AOK Niedersachsen befürchtet Massenaustritte von Mitgliedern. Es habe bereits zahlreiche Beschwerden gegeben, hieß es. „Wir klären den Vorgang lückenlos auf“, sagte AOK-Sprecher Klaus Altmann gegenüber der NWZ .

Das Sozialministerium geht davon aus, dass die Sonderzahlungen an AOK-Chefin Christine Lüer nicht rechtmäßig waren. „Wir haben Zweifel, dass das korrekt gelaufen ist“, sagte Ministeriumssprecherin Iris Bethge der NWZ .

Lüer wird vorgeworfen, zusätzlich zu ihrem Jahresgehalt von bis zu 180 000 Euro einen Bonus von 45 000 Euro kassiert zu haben, weil sie die Kasse monatelang ohne Stellvertreter managen musste. Wie es hieß, will der Verwaltungsrat sie am 8. Februar ihres Amtes entheben. Das AOK-Verwaltungsratsmitglied Manfred Klöpper, Chef der DGB-Region Oldenburg, forderte eine fristlose Kündigung, um hohe Abfindungszahlungen zu vermeiden. Lüer hat noch einen Vertrag bis 2012. Auch die Verwaltungsratschefs Wolter und Steinau, die den Sonderbonus genehmigt hatten, stehen offenbar vor der Ablösung.

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