HANNOVER/LATHEN - Der Transrapid soll wieder durchs Emsland schweben. Rund eineinhalb Jahre nach dem schweren Unglück auf der Teststrecke in Lathen sind erste Versuche mit dem TR 09 geplant. Das Wirtschaftsministerium in Hannover stellte eine Genehmigung noch im Februar in Aussicht.
Die Betreibergesellschaft IABG will zunächst in einer Halle Schwebeversuche im Ruhezustand durchführen. Der Betrieb wird in der Halle simuliert, sagte Ministeriumssprecher Andreas Beuge dieser Zeitung. Im April soll dann möglicherweise die seit dem Unfall gesperrte Teststrecke in Lathen wieder freigegeben werden. Die IABG hatte Ende Dezember eine Teil- und ein Komplettgenehmigung der Betriebsvorschriften beantragt. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr prüft derzeit zusammen mit dem TÜV, ob die Sicherheitsauflagen erfüllt sind.
Im September 2006 waren bei dem Zusammenstoß zwischen einem Transrapid und einem stehenden Werkstattwagen 23 Menschen ums Leben gekommen, zehn wurden zum Teil schwer verletzt. Ein Untersuchungsausschuss des Landtags kam zu dem Ergebnis, dass vor allem menschliches Versagen zu dem Unglück geführt hat. Zwei Betriebsleiter der Strecke müssen sich deshalb von Mai an vor Gericht verantworten. Experten kritisierten allerdings auch Sicherheitsmängel in den Betriebsvorschriften.
Den Behörden liegt auch ein Antrag der IABG vor, die Strecke für weitere sechs Jahre zu betreiben. Die Genehmigung dafür läuft Ende 2008 aus. Laut Beuge soll in den kommenden Monaten zügig über eine Verlängerung entschieden werden.
