HANNOVER - Mehr als ein Jahr nach dem Unglück auf der Transrapid-Teststrecke in Lathen im Emsland hat der Betreiber einen Neustart der Anlage beantragt. Dies teilte die Betreibergesellschaft IABG in Ottobrunn bei München am Sonntag mit.
Die Unterlagen seien bei der zuständigen Landesbehörde eingegangen, bestätigte das Verkehrsministerium in Hannover. Über eine Genehmigung solle unter besonderer Prüfung der Sicherheit in den kommenden vier Monaten entschieden werden.
Auf der Teststrecke soll der für die geplante Magnetschwebebahn in München bestimmte neue Transrapid TR 09 erprobt werden. Bei dem Unfall im September 2006 in Lathen waren 23 Menschen getötet worden. Ein Testzug war auf einen vergessenen Werkstattwagen aufgefahren.
„Es muss der Nachweis erbracht werden, dass die Anlage so sicher ist, dass sich so ein Unfall nicht mehr wiederholen kann“, sagte der Sprecher des Verkehrsministeriums, Andreas Beuge. Parallel zur Landesbehörde werde daher das Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung der Technischen Universität Braunschweig den Antrag auf eine neue Betriebsgenehmigung prüfen. Diese war mit dem Unfall erloschen. Die Betreibergesellschaft IABG beantragte außerdem eine Verlängerung der Ende 2008 auslaufenden Planfeststellung der Versuchsanlage um sechs Jahre, sagte Beuge. Wird beiden Anträgen entsprochen, ist die Zukunft der Teststrecke gesichert.
Unterdessen sind einige Angehörige der Opfer immer noch auf psychologische Betreuung angewiesen. Wie Ombudsmann Hartwin Kramer sagte, hätten manche den schweren Schlag nicht verkraftet.
