Hannover - Spaziergänger im Wald und auf Wiesen müssen in diesem Frühjahr besonders auf Zecken achten. Grund ist der Winter, der keiner war. Er hat den kleinen Blutsaugern nach Expertenmeinung besonders gute Überlebenschancen geboten. Ein kleiner Teil der ein bis zwei Millimeter großen Spinnentiere überträgt die gefährlichen Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.
„Durch den relativ milden Winter wird die Fortpflanzung von Kleinnagern wie zum Beispiel Mäusen begünstigt“, sagte Holger Scharlach vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt. „Da unter anderem Mäuse als Wirtstiere für Zecken fungieren und Zecken generell bei milden Temperaturen besser überwintern können, ist ein Anstieg der Zeckenpopulation in diesem Jahr grundsätzlich möglich“, sagte der Sprecher in Hannover.
Vergangenes Jahr sind seinen Angaben nach in Niedersachsen elf Fälle von FSME verzeichnet worden. Dabei sei in drei Fällen die Ansteckung nicht im Bundesland erfolgt. Die meldepflichtige Viruskrankheit greift die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen an.
Schwerpunkt in Niedersachsen war mit fünf Infektionen der Landkreis Emsland. Er ist seit 2019 als einziger Kreis im Land als FSME-Risikogebiet eingestuft. Es sei davon auszugehen, dass die fünf Patienten sich im Emsland infiziert hätten, sagte Scharlach.
