Berlin/Lastrup - Damit wieder mehr Menschen Fahrlehrer werden wollen, soll der Zugang zum Beruf einfacher werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf der Bundesregierung sieht unter anderem vor, dass angehende Fahrlehrer zukünftig keinen Motorrad- sowie Lkw-Führerschein der Klassen A2 und CE mehr benötigen, um die Ausbildung zu beginnen. Dadurch fallen für die Anwärter Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro weg.
Außerdem soll das Einstiegsalter für Fahrlehrer von 22 auf 21 Jahre abgesenkt werden, erläuterte Klaus Napierski (Lastrup), zweiter Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Niedersachsen. „Der Fahrlehrermangel ist deutlich spürbar“, sagte Napierski. „Fahrschulen in ländlichen Gebieten bekommen ein Problem.“ Er selbst könne im Kreis Cloppenburg sofort drei bis vier Fahrlehrer in Vollzeitstellen vermitteln, sagte der Verbands-Funktionär, der drei Fahrschulen betreibt. In der Fahrlehrer-Branche habe die Bundeswehr immer eine große Rolle gespielt. Die Schließung von Standorten wirke sich jetzt aus. Auch nebenberufliche Fahrlehrer seien schwieriger zu bekommen.
Den Wegfall des Lkw- und Motorradführerscheins als Ausbildungsvoraussetzung bedauerten die Fahrlehrer, sagte Napierski. Die Branche hätte die Regelung gern beibehalten. Die Absenkung des Einstiegsalters sei jedoch zu begrüßen.
Die Branche leidet seit Jahren an Fachkräftemangel. 44.610 Fahrlehrer gab es Anfang dieses Jahres in Deutschland. Vor sechs Jahren waren es noch rund 10.000 mehr. Im Durchschnitt sind deutsche Fahrlehrer älter als 55 Jahre. Die Reform des Bundesfahrlehrergesetzes soll 2018 in Kraft treten.
