Bremen - In Bremen bleibt die Ausstattung mit Elektroschockwaffen weiterhin auf zwei Spezialeinheiten begrenzt. Ein Antrag der CDU-Fraktion, auch Streifenpolizisten in der Hansestadt mit sogenannten Tasern auszurüsten wurde am Mittwoch von der rot-grünen Koalition und der Linken-Fraktion abgelehnt. Unabhängig davon soll es allerdings bei der Ortspolizeibehörde in Bremerhaven einen Probelauf geben.
Die CDU hatte ihren Antrag damit begründet, dass der Taser die Lücke zwischen Schlagstock, Pfefferspray und Schusswaffe schließe und ein Möglichkeit biete, Straftäter auf Distanz zu halten. Aktuell sind in Bremen laut Polizei fünf „Taser X26“ bei zwei Spezialeinheiten im Einsatz. Die Polizei verwendet sie seit 2006. Seit dem gab es den Angaben zufolge lediglich rund 15 Taser-Einsätze. Oft ging es dabei um die Verhinderung von Selbstmorden.
Die CDU-Abgeordnete Christine Schnittker, sagte bei einer Eskalation bleibe den Beamten oft nur die Schusswaffe, die aber zu schweren und tödlichen Verletzungen führen könne. Der Taser sei eine Alternative zur Schusswaffe. Die SPD hatte im Februar einen nahezu gleichlautenden Antrag für einen Taser-Probelauf formuliert, ihn aber wegen des Widerstandes beim grünen Koalitionspartner nicht weiter verfolgt.
Der SPD-Abgeordnete Holger Welt sagte, der Taser sei sicher keine „Wunderwaffe“. Aber das Gerät sei geeignet, Leben und Gesundheit der Polizisten und auch des mutmaßlichen Straftäters zu schützen. Den Antrag lehne die SPD aber ab, weil die Grünen dagegen seien und zudem ein zweiter Probelauf in Bremen neben dem in Bremerhaven keinen Sinn mache.
Elektroschock-Pistolen - sogenannte Taser oder Distanz-Elektroimpulsgeräte - verschießen Projektile mit Widerhaken und machen aggressive Angreifer mit einem schmerzhaften Elektroschock sofort aktionsunfähig. Für wenige Sekunden haben Beamte dann die Möglichkeit, die Zielperson zu überwältigen. Auch wenn es keine Verletzungen wie durch eine Pistolenkugel gibt, kam es im Ausland schon zu Todesfällen.
