• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region

Kontroverse um Klinikstudie

27.03.2017

Oldenburg /Delmenhorst Eine Studie über Patiententötungen in Kliniken und Pflegeheimen durch Ärzte und Pfleger sorgt für kontroverse Diskussionen. Wissenschaftler der Universität Herdecke um den Psychotherapeuten Karl H. Beine haben hochgerechnet, dass möglicherweise jährlich bis zu 21 000 Patienten durch Klinikpersonal ums Leben kommen, berichtete die „Welt am Sonntag“. Allerdings räumten die Forscher ein, dass ihre Umfrage fehlerhaft sein könnte. Die deutsche Stiftung Patientenschutz warf Beine vor, statt Fakten nur Andeutungen zu liefern.

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), sagte, sollten die Ergebnisse zutreffen, wäre dies ein Skandal. Er forderte Klarheit über die Hintergründe der Erhebung und warnte zugleich vor einem Generalverdacht. Der Gesundheitsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, erklärte: „Ich hoffe sehr, dass diese Zahl viel zu hoch ist.“

Zuletzt war das Thema durch den Pfleger Niels Högel in Oldenburg und Delmenhorst in den Fokus gerückt. Er war 2015 wegen mehrfachen Mordes an Patienten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Aktuell werden bis zu 200 weitere Fälle untersucht.

Für die Studie wurden rund 5000 Ärzte, Kranken- und Altenpfleger gefragt, ob sie im vergangenen Jahr lebensbeendende Maßnahmen aktiv vorgenommen hätten. Gut drei Prozent der Ärzte antworteten mit ja, ebenso fünf Prozent der Altenpfleger und 1,5 der Krankenpfleger. Ähnlich sah es in Pflegeheimen aus. Hochgerechnet ergäbe sich die Zahl 21 000. „Wobei wir hier sicher nicht über 21 000 Morde oder Totschlagsdelikte reden“, betonte Beine.

Weitere Nachrichten:

WamS | Bundesregierung | CDU | SPD | Delmenhorst