Mannheim/Oldenburg - Wer meint, seinen Kaugummi lässig auf den Gehweg ausspucken zu können, könnte eine teure Überraschung erleben. Zwar gehen Land und Gemeinden in Niedersachsen noch nicht so weit wie Baden-Württemberg und die Stadt Mannheim, wo „Delinquenten“ in diesem Fall seit dem 8. April mit 100 Euro zur Kasse gebeten werden. Aber auch Niedersachsens Bußgeldkatalog empfiehlt für das Ausspucken eines Kaugummis oder achtlose Wegwerfen einer Zigarettenkippe Geldbußen. In Mannheim wurde die Erhöhung des Bußgeldes aufgrund einer veränderten Landesrahmenrichtlinie vom 1. Dezember 2018 möglich und dann kurz nach der 30 Millionen Euro teuren Sanierung der Einkaufsmeile mit dem Namen Planken umgesetzt. „Wir wollen nicht das Stadtsäckel füllen, sondern die Planken möglichst lange schön halten“, sagte Stadtsprecherin Désirée Leisner. Damit es auch effektiv wird, kontrolliert der städtische Ordnungsdienst in Zivil. Bei vorsätzlichen Wiederholungstaten kann das Bußgeld sogar auf bis zu 250 Euro erhöht werden. Das ist fünf mal so viel wie die empfohlene Obergrenze in Niedersachsen.

In der Oldenburger Innenstadt sind rund 100 Papierkörbe aufgestellt. „Insgesamt hat der sorglos weggeworfene Müll in Oldenburg in den letzten Jahren deutlich abgenommen“, sagte Anna Blanke von der Pressestelle. Die Menschen seien umweltbewusster geworden und bemüht, ihre Abfälle in die Papierkörbe zu werfen. Wer ein Taschentuch oder eine Kippe in Oldenburg achtlos wegwirft, wird dort mit einem Bußgeld im unteren Bereich des Rahmens von 10 bis 50 Euro belegt. Bei renitenten Personen können es aber schon 50 Euro werden.