OLDENBURG/LATHEN/HANNOVER -
und Marco Seng
OLDENBURG/LATHEN/HANNOVER - Rund drei Monate nach dem Lathener Transrapid-Unglück sind für die Opfer-Angehörigen und Verletzten die schrecklichen Bilder noch längst nicht vergessen. Um das Erlebte verarbeiten zu können, wird ihnen in der zweiten Januarwoche konkrete Hilfe angeboten. „Sie können mit Psychologen sprechen, wenn sie möchten“, sagte gestern Hartwin Kramer in einem NWZ -Interview.Der ehemalige Präsident des Oldenburger Oberlandesgerichts wurde nach dem Unglück im Emsland von der Landesregierung als Ombudsmann eingesetzt. Er steht in engem Kontakt zu den Betroffenen und ist u. a. mit der Verwaltung eines Spendenfonds in Höhe von 320 000 Euro betraut. Neben einer Versicherungszahlung von 5000 Euro für überlebende Ehegatten (und einem nach Alter gestaffelten Betrag für jedes Kind) haben die Opfer-Angehörigen bislang 3000 Euro pro Todesfall erhalten. Verletzten wurden 1500 Euro ausgezahlt. „Im kommenden Jahr werden wir einen weiteren Betrag auszahlen“, kündigte Kramer an.
Unterdessen arbeitet der Landtag mit Hochdruck an der politischen Aufklärung des Unglücks. Nach Angaben von Landtagssprecher Franz-Rainer Enste liegen alle Beweisanträge für den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss vor. Das elfköpfige Gremium will am 9. Januar mit der Beweisaufnahme beginnen. Nach Ansicht der Opposition war das Sicherheitskonzept der Versuchsstrecke lückenhaft. SPD und Grüne werfen Hirche vor, seine Aufsichtsbehörde nicht im Griff zu haben.
Interview, S.2
