OLDENBURG/LATHEN - Die Staatsanwaltschaft erwägt einen Strafbefehl. Gutachter haben das letzte Wort.
von Matthias Eichler
OLDENBURG/LATHEN - In den Spendenfonds für die Opfer des Transrapid-Unglücks in Lathen (Emsland) sind bislang 360 578,15 Euro eingezahlt worden. Diese Summe nannte Ombudsmann Hartwin Kramer, Niedersächsischer Landesbeauftragter für die Betroffenen des Transrapid-Unglücks, gegenüber der NWZ . Der frühere Präsident des Oberlandesgerichts Oldenburg hat einen Zwischenbericht über den Unfall verfasst, der der NWZ vorliegt.Bei dem Unglück im vergangenen September kamen 23 Menschen ums Leben, darunter zwei amerikanische Staatsbürger. Ausgezahlt wurden nach Angaben des Ombudsmanns bislang rund 313 000 Euro. Für Opfer und Angehörige, die noch in besonders schwierige finanzielle Situationen kommen können, und für eine erneute Pauschalzahlung stehe aus dem Fonds daher noch Geld zur Verfügung, so Kramer. Seine Arbeit werde noch bis Ende 2007 dauern.
Die ermittelnde Osnabrücker Staatsanwaltschaft erwägt unterdessen, auf ein Gerichtsverfahren zu verzichten. Es könne beim Amtsgericht auch ein Strafbefehl beantragt werden. Stimme der Strafrichter zu, wären die beschuldigten Fahrdienstleiter ohne öffentliches Verfahren zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. „Man könnte ihnen so einen öffentlichen Prozess ersparen“, sagte Alexander Retemeyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft, der NWZ .
Niedersachsen, s.8
