Berlin - Das Landgericht Hannover will die Anklage gegen Christian Wulff und den Berliner Filmproduzenten David Groenewold offenbar zulassen. Ob es aber wirklich zu einem öffentlichen Prozess komme, sei noch offen, meldet „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Justizkreise. Das Gericht, dessen Entscheidung für diesen Montag erwartet werde, wolle den Anwälten vorschlagen, mit der Zahlung einer Geldauflage die Einstellung des Verfahrens zu erwirken.
Der Anwalt Groenewolds, Christian-Oliver Moser, sagte dazu: „Wir wissen weder etwas von einem Deal noch was das Gericht am Anfang der Woche entscheidet.“ Wulffs Anwalt Gernot Lehr war nicht zu erreichen.
Bei den Vorwürfen gegen Wulff geht es um einen Oktoberfest-Besuch mit Hotelübernachtung im Jahr 2008, dessen Kosten Groenewold zum Teil übernommen haben soll. Wulff, damals niedersächsischer Ministerpräsident, wusste davon nach eigenen Angaben nichts.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Groenewold Wulff motivieren wollte, beim damaligen Siemens-Chef Peter Löscher für eines seiner Filmprojekte um Geld zu werben, was Wulff später auch tat.
