Roffhausen - Nachdem vor 14 Tagen im Impfzentrum Schortens-Roffhausen (Kreis Friesland) in sechs Fällen reine Kochsalzlösung gespritzt statt mit Biontech geimpft worden war, sind am Mittwoch insgesamt 118 Personen für einen Antikörpertest zur Blutentnahme gebeten worden. Damit will man herausfinden, wer keinen Impfschutz bekommen hat und nachgeimpft werden muss. Die Nachimpfungen sollen am kommenden Mittwoch, 12. Mai, erfolgen.
Wie berichtet, war am 21. April einer DRK-Mitarbeiterin im Impfzentrum ein Fläschchen mit dem Biontech-Impfstoff zerbrochen. Sie verschwieg ihr Missgeschick und zog stattdessen sechs Spritzen mit reiner Kochsalzlösung auf.
Der Landkreis Friesland hatte sich dazu entschlossen, nicht nur die Personen des Vormittags, sondern alle 416 Personen zu kontaktieren, die am 21. April mit Biontech geimpft worden sind, berichtete Christian Neumann vom Impfzentrum Roffhausen. Das sei wichtig gewesen, um persönlich aufzuklären und den Betroffenen das weitere Vorgehen zu erläutern.
Am Mittwoch ließen sich nun 78 erstgeimpfte Personen in Roffhausen und 40 in Varel Blut abnehmen – bei ihnen könnten Antikörper anzeigen, dass sie tatsächlich Impfstoff erhalten haben. Bei den Personen, die am 21. April ihre Zweitimpfung erhalten sollten, gibt es diese Aussagekraft nicht, erläuterte der medizinische Leiter des Impfzentrums, Dr. Henning Fründt. Man wisse nicht, ob die Antikörper nur Folge der ersten Impfung seien oder ob sie durch eine zweite Spritze entstanden seien. Um maximale Sicherheit zu erreichen, sollen sie daher nochmals geimpft werden.
Fründt vermutet, dass beim Antikörpertest mehr als sechs Personen entdeckt werden, da nicht nach jeder Impfung Antikörper entwickelt werden.
