Dortmund - Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (55) ist der Sprachpanscher des Jahres 2014. Mit einigem Abstand vor dem Medienunternehmen ProSieben Sat.1 („The Voice Kids“) und dem Hamburger Modemacher Wolfgang Joop („you are supercute“) haben die 36 000 Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache in Dortmund die CDU-Politikerin für den Negativ-Titel gewählt.
Anders als bei ihren Konkurrenten äußere sich diese Sprachverhunzung allerdings nicht im üblichen Vermanschen des Deutschen mit dem Englischen zu Denglisch, sondern in einer fast noch schlimmeren Absage an die deutsche Sprache: Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Januar sprach von der Leyen trotz der Präsenz von Simultandolmetschern die Delegierten auf Englisch an.
Der private Verein vergibt seine Negativauszeichnung seit 1998 vor allem an Prominente und Organisationen, die Deutsch und Englisch vermischen. Erste Preisträgerin war die Modeschöpferin Jil Sander. 2013 war es der „Duden“, der wegen der Aufnahme von Anglizismen kritisiert wurde.
