[VORSPANN] - Zehn Jahre nach dem schwersten Zugunglück der deutschen Nachkriegsgeschichte haben Hinterbliebene, Helfer und Überlebende am Dienstag in Eschede der 101 Opfer gedacht. Dabei wurde am Ort der ICE-Katastrophe in der Lüneburger Heide erneut heftige Kritik an der Deutschen Bahn geübt.
„101 Menschen sind fahrlässig, grob fahrlässig in den Tod gefahren worden“, sagte der Hinterbliebenen-Sprecher Heinrich Löwen. „Der ICE-Unfall von Eschede war kein unvorhersehbares, unerklärliches Phänomen“, betonte Löwen. „Nein, es war das Ergebnis geradezu unglaublicher Fehlleistungen und Schlampereien bei der Deutschen Bahn.“
Der ICE „Wilhelm Conrad Röntgen“ war am 3. Juni 1998 wegen eines defekten Rades entgleist. 101 Menschen starben, 105 wurden verletzt.
„Hätte man den Zug nicht auf die Reise gehen lassen, würden alle noch leben“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Niemand sei bestraft worden.
Kommentar, s.4
Niedersachsen, S.6
