Hannover - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat Richter Frank Rosenow alle Signale auf Freispruch gestellt: In einer fast einstündigen Stellungnahme machte er deutlich, dass er keine Unrechtsvereinbarung zwischen Wulff und dem Filmproduzenten David Groenewold sieht. Eine Vorteilsnahme durch Wulff, wie sie die Anklage vermutet, hält Rosenow „in Anbetracht der Geringfügigkeit der Vorteile“ für „lebensfremd“.
Zuvor war es zum Eklat im Gerichtssaal gekommen: Als die Staatsanwaltschaft neue Beweise einbringen wollte, die Gericht und Verteidigung bislang nicht bekannt waren, drohte Rosenow damit, den Prozess platzen zu lassen.
