Berlin - Die Erfolgsmeldungen von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) zum Krippen-Ausbau werden von einigen Ländern und Kommunen als zu positiv angezweifelt. Das Familienministerium widersprach am Freitag: Die von Schröder am Vortag in Berlin präsentierten Zahlen stammten aus den Ländern, so eine Sprecherin. Auf diese Informationen müsse sich das Ministerium verlassen.
Schröder hatte mitgeteilt, dass eine ausreichende Betreuung für ein- und zweijährige Kinder nahezu überall gewährleistet sei. Nach ihrer Darstellung könnten zum Stichtag 1. August mehr als 800 000 Plätze für ein- und zweijährige Kinder bereitstehen, 30 000 mehr als geplant. An diesem Tag tritt der Rechtsanspruch in Kraft.
Sorgen um die Qualität der Bildung äußerte der Deutsche Kinderschutzbund. Wenn die Zahlen stimmten, sei das „ein atemberaubender Zuwachs“, sagte Präsident Heinz Hilgers der „Passauer Neuen Presse“. Er gehe davon aus, „dass die Personalschlüssel weiter verschlechtert worden“ seien, was „einen massiven Qualitätsverlust“ bedeute.
Auch nach Einschätzung des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter muss bei der Krippenbetreuung noch viel passieren. Wichtig seien vor allem Betreuungszeiten, die sich nach dem individuellen Bedarf der Eltern richten, sagte Bundesgeschäftsführerin Miriam Hoheisel der NWZ .
