BAYREUTH - Das Gerät muss auf individuelle Bedürfnisse einzustellen sein. Heimtraining ersetzt aber nicht die Bewegung an der frischen Luft.

Von Carina Frey

BAYREUTH - Fahrrad fahren beim Fernsehen oder Krafttraining vor dem Abendessen: Das Angebot an Fitnessgeräten für zu Hause ist groß – und kann auch älteren Menschen zu mehr Kraft und Kondition verhelfen. „Grundsätzlich ist jedes Gerät auch für ältere Sportler geeignet“, sagt Wend-Uwe Boeckh-Behrens, Akademischer Direktor am Institut für Sportwissenschaft der Universität Bayreuth.

Wer seine Ausdauer trainieren möchte, liegt mit einem Crosstrainer richtig, einem Gerät, bei dem sich verschiedene Bewegungen wie Wandern oder Ski-Langlauf einstellen lassen. Für die Kraftsteigerung eignen sich Rudergeräte oder Bauch- und Rückentrainer. Wichtig ist, dass sich das Gerät an die Körpergröße anpassen lässt, denn sonst werden die Gelenke zu stark belastet. „Viele Fitnessgeräte sind zwar in der Größe verstellbar, aber meist nur in einem gewissen Rahmen“, sagt Elmar Trunz-Carlisi, Leiter des Instituts für Prävention und Nachsorge (IPN) in Köln, das zusammen mit dem TÜV Rheinland die Qualität von Trainingsgeräten überprüft. Wer sich ein Fitnessgerät kaufen möchte, sollte daher auf jeden Fall mehrere Modelle ausprobieren.

Auch die Belastung sollte sich individuell einstellen lassen. „Zwischen den einzelnen Belastungsstufen dürfen nicht zu große Sprünge sein“, erklärt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Die meisten Geräte verfügen über einen Pulsmesser, der die Trainingsbelastung anzeigt. Auch hier gibt es Qualitätsunterschiede.

Sensoren an Griffen, die unter der Handfläche messen, seien meist ungenau, sagt Froböse. Ohrclips dagegen gingen leicht kaputt. Besser geeignet sei ein Brustgurt.

Sitz-Heimtrainer, bei denen die Sportler statt auf einem Sattel in einem Stuhl mit Lehne sitzen, eignen sich für Menschen, die auf Grund von Rücken- oder Gleichgewichtsproblemen nicht mehr Fahrrad fahren können, erklärt Professor Heinz Mechling, Direktor des Instituts für Sportwissenschaft an der Universität Bonn. Alle anderen sollten sich lieber auf einen Sattel setzen. „Sonst wird der Rücken zusätzlich entlastet, und das ist ein Hauptgrund für spätere Rückenprobleme“, sagt Froböse.

Wichtig ist vor allem, dass der Sportler ein Gerät wählt, das ihm selbst gefällt. „Sonst trainiert er nicht regelmäßig, und das Gerät verstaubt.“ Laut Froböse stehen in deutschen Haushalten ca. 75 Millionen Fitnessgeräte meist ungenutzt herum.

Vor dem Kauf sollten sich die angehenden Sportler von ihrem Arzt untersuchen lassen. Das Training zu Hause sollte den Experten zufolge aber nur eine Ergänzung sein. „Besser ist es, sich eine Gruppe zu suchen und unter Anleitung Sport zu machen. Das gibt Sicherheit und ist viel motivierender“, so Mechling. Um den Kreislauf in Schwung zu bringen, reiche auch ein Spaziergang, sagt Froböse. „Das ist nicht so stupide, wie zu Hause vor der Wand zu trainieren. Außerdem braucht der Körper Belastung an der frischen Luft.“

Mehr Infos: www.ipn-online.de