Pfarrerin Julia Neuschwander, Leiterin des Referats Seelsorge der oldenburgischen Kirche, freut sich über das wertvolle Engagement mehrerer Hundert Ehrenamtlicher in Seelsorge und Besuchsdienst, die im Oldenburger Land unterwegs sind. Damit diese auch in Zukunft gut vorbereitet aktiv sein können, plant sie jährlich Ausbildungs- und Fortbildungstage für Besuchsdienst und Seelsorge im Ehrenamt in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungshaus Rastede. Auch Interessierte sind herzlich willkommen, die sich auf diesen besonderen Dienst vorbereiten möchten: „Ich lade Sie herzlich ein, sich bei Interesse an diesem wertvollen Ehrenamt in einem unserer Kirchenbüros zu melden!“
Grundfragen des Lebens und des Sterbens stehen gerade in den Altenpflegeheimen im Fokus der Seelsorge: „Jeder Mensch ist Gottes Geschöpf; seine Würde bleibt gottgeben.“ Altenseelsorgerinnen und Altenseelsorger begegnen den Menschen in ihrer Lebenssituation aufmerksam, mit Achtung und Wertschätzung. Dass alte und pflegebedürftige Menschen unsere Sichtweise auf das Leben und seine Endlichkeit erweitern, bestimmt ihre Grundhaltung. Ein Besuch schmeckt süß, denn die ehrenamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie die Besuchsdienstfrauen und -männer der oldenburgischen Kirche nehmen sich Zeit für einen kleinen Plausch, sind offen für das, was gerade dran ist: ein bisschen plaudern und auch ein tiefergehendes Gespräch.
Zeit, eine offene, zweckfreie Begegnung und bedingungslose Annahme bestimmen dabei die Haltung der Ehrenamtlichen. Dabei treffen sie den richtigen Ton und fühlen sich sicher im professionellen Ehrenamt, gut ausgestattet und begleitet ins ehrenamtliche Engagement. Gut vorbereitet werden sie dazu zum Beispiel in Gesprächsabenden der Kirchengemeinde, durch den Altenpflegeheimpfarrer/die Altenpflegeheimpfarrerin vor Ort oder durch seelsorgliche Bildungsangebote im Evangelischen Bildungshaus in Ra-stede. Eine Pfarrperson begleitet sie weiter in Supervision und Beratung in regelmäßigen Gesprächsrunden.
Ein Gespräch ist dabei wie Geben und Nehmen. Denn ältere Menschen geben Trost und Anerkennung, Lebenserfahrung und Weisheit weiter. Sie erzählen von ihrem Leben – nicht nur von den leichten, schönen, hellen und humorvollen Zeiten. Alte Menschen und Besuchende stärken einander in der Begegnung. Dabei handeln Seelsorgerinnen und Seelsorger professionell und kennen ihre Grenzen. Von der Kirche entsandt, sind sie sich ihres Auftrags bewusst und behalten sich und die anderen einfühlsam im Blick. Dabei bleibt es keineswegs nur beim Gespräch vor Ort. Ehrenamtliche begleiten Bewohnerinnen und Bewohner zu Konzerten oder zum Wochenmarkt. Sie bringen Grüße aus der Gemeinde, erzählen Erlebtes und feiern gemeinsam in den Altenpflegeheimen. Ehrenamtliche begleiten Gottesdienste vor Ort musikalisch.
Ein Besuch schmeckt süß. Menschen, die ein solches Ehrenamt gerne ausüben möchten, melden sich am besten vor Ort im Kirchenbüro der jeweiligen Kirchengemeinde.
