Regelmäßiges Essen und Trinken ist etwas ganz Alltägliches und gehört zum Leben dazu wie das Atmen. Da liegt es nahe, dass die Ernährung viele Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat. Ob diese positiv oder negativ sind, hängt von den Bedürfnissen des Körpers ab und ob wir auf diese hören. Gerade im Sommer, wenn die Tage besonders heiß sind, muss die Ernährung gegebenenfalls angepasst werden. Was es zu beachten gilt und wie sich die Ernährung im Laufe des Lebens verändern sollte, erzählt Bildungsmanagerin für Ernährung Antje Schmidt-Kunert von der VHS Oldenburg.
Die Bedürfnisse des Körpers
Grundsätzlich gilt, wer sich normal ausgewogen ernährt, sollte alle Bedürfnisse des Körpers ausreichend abdecken können. Wichtig zu bedenken ist, dass sich der Stoffwechsel im Alter verändert. Der Körper hat üblicherweise einen höheren Fettanteil und geringere Muskelmasse, wodurch eine geringere Energie- bzw. Kalorienzufuhr notwendig ist als bei jüngeren Menschen. Jedoch benötigt der Körper nach wie vor die gleichen überlebenswichtigen Nährstoffe wie in jungen Jahren. Laut Antje Schmidt-Kunert fallen darunter vor allem Proteine bzw. Eiweiße.
Proteine sind der Schlüssel
„Eine regelmäßige Aufnahme von Protein ist unerlässlich“, so Antje Schmidt-Kunert. Es unterstützt die Muskulatur und Muskel aufbauende Prozesse, ist aber ebenso wichtig für die Blutgerinnung und die Immunabwehr. „Wer nicht genug Protein zu sich nimmt und sich nicht bewegt, verliert an Muskelmasse. Ebenso kann es zu Gedächtnislücken kommen.“ Neben einer ausgewogenen Ernährung kann aktive Bewegung in Form von Spaziergängen oder Gartenarbeit unterstützen. Protein ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Darunter fallen Milchprodukte wie Joghurt, Quark oder Hartkäse genauso wie Getreide und Hülsenfrüchte. Auch mageres Fleisch, Fisch und Geflügel sollten ab und zu im Speiseplan vorkommen. Antje Schmidt-Kunert empfiehlt auf regionale und saisonale Produkte zu setzen, da diese reich an Mineralstoffen sind. Wer Angst hat, nicht genügend Protein aufzunehmen, dem rät Antje Schmidt-Kunert von Proteinreichen Zusatzprodukten ab: „In der normalen ausgewogenen Ernährung nimmt man auch im Alltag genug Protein auf. Proteinreiche Zusatzprodukte bieten daher keine Vorteile und sind nur teuer.“ Wem das Essen jedoch nicht so leicht fällt, der kann zusätzlich Trinknahrung oder Shakes nutzen. Hier sollte bei den Inhaltsstoffen nur darauf geachtet werden, dass keine Süßungsmittel enthalten sind und das Getränk so natürlich wie möglich ist.
Abhängig von individuellen gesundheitlichen Problemen oder Vorerkrankungen, sollte die Ernährungsweise gegebenenfalls weiter optimiert werden, so Antje Schmidt-Kunert. Bestenfalls wird entsprechendes mit dem Hausarzt oder einem Facharzt für Ernährungsmedizin besprochen.
Ernährung an heißen Tagen
Gerade an heißen Sommertagen ist ausreichendes Trinken wichtig. „Eine ausreichende Trinkmenge sollte jedoch rechtzeitig konditioniert werden. So kann man sich die Trinkmenge schon für den Vormittag und dann für den Nachmittag bereitstellen. Dann hat man den Überblick“, empfiehlt Antje Schmidt-Kunert. Wasser kann für einen besonderen Geschmack mit verschiedenen Kräutern oder Obst aromatisiert werden. Beim Essen sollte auf leichtere Gerichte gesetzt werden. „Erfrischende Speisen wie Quarkspeisen, Kräutersoßen mit Pellkartoffeln, oder auch Sommersalate wie Tomatensalate mit Kräutern, Couscous- oder Nudelsalate mit Gemüse bringen Abwechslung auf den Teller. Melonen als Zwischenmahlzeit erfrischen ebenfalls.“
Eine mangelnde oder falsche Ernährung teilt einem der Körper früher oder später mit: „Stellen sich körperliche Symptome von Schwäche, starken Beschwerden oder starken Unwohlsein ein, sollte man sich medizinisch vom Hausarzt beraten lassen“, rät Bildungsmanagerin für Ernährung Antje Schmidt-Kunert.
Zusammenfassend hält sie fest: „Wer gesund isst, sollte mit Freude essen und bei einer ausgewogenen Ernährung auf seine eigenen Bedürfnisse hören.“
