Viele haben beim Wort Yoga direkt Bilder von schlanken jungen Menschen vor Augen in gar akrobatischen Verrenkungen. Doch Yoga ist viel mehr als das – und vor allem durchaus auch etwas für die Generation 60+. „Jeder Mensch, der möchte, kann Yoga üben. Denn es geht nicht um diese akrobatischen Verrenkungen“, betont Jessica Fink, Pressesprecherin des Berufsverbands der Yogalehrenden in Deutschland. Schließlich sei Yoga ein ganzheitlicher Übungs- und Erfahrungsweg, der neben Körperübungen auch Atemübungen und Meditation umfasse.
Für Best Ager ist Yoga eine gute Möglichkeit, das körperliche und geistige Wohlbefinden zu fördern sowie bestimmte Altersbeschwerden zu mindern. Vorwissen und Erfahrung sind nicht nötig. „Yoga gilt als eher sanfter Übungsweg und lässt sich daher grundsätzlich im Alter noch gut beginnen“, stellt die Expertin klar.
In sich hineinhorchen
Welche Übungen sich besonders für Ältere eignen, kommt immer auf die individuellen Bedürfnisse sowie Möglichkeiten der Person an. „Schließlich sind auch Angehörige der Generation 60+ unterschiedlich fit und belastbar“, sagt die Expertin. „Manche können genauso üben wie die jüngeren, andere eben nicht – beispielsweise Menschen mit Einschränkungen, die häufig Varianten mit einem Stuhl oder Hocker üben können.“
Diesen rät Fink zudem, sich einen passenden Kurs bei gut ausgebildeten Yogalehrern zu suchen. „Sie können die Übungen entsprechend der Bedürfnisse und Möglichkeiten der Übenden anpassen. Und sie unterstützen mit Hilfestellungen und Korrekturen“, sagt Jessica Fink. Gerade für Anfänger ist es wichtig, dass die Lehrer darauf achten, dass sie die Übungen so ausführen, dass sie die Gesundheit fördern und sich nicht verletzen.
Zudem sei im Yoga die Beziehung zwischen beiden Seiten sehr wichtig, damit der Yogalehrer beim Unterrichten auf die Übenden eingehen und sich mit ihnen über ihre Erfahrungen austauschen kann.
Den richtigen Kurs finden
Neben Einsteigerkursen gibt es auch spezielle Angebote für Ältere. „Dort übt man dann mit Menschen, die vielleicht ähnliche Einschränkungen haben“, erzählt die Expertin. Da sich die Kurse je nach Yogarichtung und Lehrer stark voneinander unterscheiden, kann es sich lohnen, mehrere Angebote bei unterschiedlichen Lehrern auszuprobieren, um einen passenden Kurs zu finden.
Generell bringen beim Yoga nicht nur die einzelnen Übungen die ganzheitliche Wirkung, sondern die Praxis als Ganzes. „Für die Generation 60+ können zum Beispiel Übungen für eine aufgerichtete Körperhaltung und eine gute Ausrichtung des Schultergürtels oder für eine verbesserte Koordination und zur Sturzprophylaxe angeboten werden“, erläutert Expertin Jessica Fink.
Yoga kann zudem den mit dem Alter einhergehenden Prozess zunehmender körperlicher Einschränkungen verlangsamen. Zahlreiche klinische Studien belegen laut Fink positive Wirkungen unter anderem bei chronischen Schmerzen, Bluthochdruck sowie Rücken- und Nackenschmerzen.
„Auch kann Yoga den Geist stimulieren, die Stimmung verbessern und Zuversicht geben, die eigene Gesundheit positiv beeinflussen zu können“, fügt sie hinzu. Und nicht zuletzt biete Yoga in der Gruppe auch Gemeinschaftsgefühl und soziale Kontakte – und auch das tut richtig gut..
Yoga während Corona
Yoga wird meist in festen Gruppen geübt. Die Anzahl der Teilnehmer lässt sich dabei gut entsprechend der Raumgröße anpassen, um in Corona-Zeiten den Mindestabstand einzuhalten. Auch die Hygieneregeln ließen sich beim Yoga – wo jeder auf seiner eigenen Matte bleibt – gut umsetzen. Für diejenigen, die in der aktuellen Situation nicht in der Gruppe üben möchten, gibt es auch online viele gute Yogaangebote.
Anfänger sollten laut Fink einen Livestream wählen, bei dem ein Austausch mit dem Yogalehrer möglich ist. „Um sein volles Potenzial zu entfalten, setzt Yoga aber den persönlichen Kontakt zwischen Yogalehrern und Yogaübenden voraus“, betont die Expertin.
