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NWZonline.de Senioren

Freizeit: Wenn Männer plötzlich Rentner werden

19.10.2021

Garrel Bei Fahrten durch unseren Ort, ob mit dem Auto oder mit dem Fahrrad, begegneten mir oft ältere Männer, die mit ihrem Fahrrad allein durch die Gegend fuhren. Natürlich – eine gesunde, sinnvolle Freizeitgestaltung. Ob man die Männer auch zusammenbringen kann?

Erste Überlegung: Nur Männer einladen, weil die Interessenlagen sich ähneln, anders sind als bei gemischten anderen Gruppen. Da Rentner angesprochen werden sollten, war der Name für die neue Gruppe schnell gefunden: Mann ü 60, denn ab 60 sind die ersten nicht mehr berufstätig. Darum sollten Veranstaltungen vormittags stattfinden. Besichtigungen bildeten zunächst einen Schwerpunkt bei den Treffen. Gern wurden auch Vorträge besucht. Dabei hat sich herausgestellt: Mehr Vortrag und weniger Diskussion!

Interessante Besichtigungen

Die Gemeinde Garrel ist eine prosperierende Gemeinde mit vielen Firmen, die national und international tätig sind. Fast alle Betriebstüren gehen auf, wenn nach einer Besichtigung für die Männergruppe gefragt wird. Unternehmer zeigen gern, was sie aufgebaut und erreicht haben. Das, was sich hinter den Betriebstoren verbirgt, rief immer wieder Erstaunen und auch Bewunderung hervor. Der Ferrari von Michael Schumacher hing nach einem Unfall schon am Haken eines Kranes aus Garrel, produziert von der Firma Maschinen- und Kranbau Garrel (MKG). Anlagen zur Futtermittelproduktion in Russland laufen mit der Software aus Garrel.

Als ein neuer Kindergarten eröffnet wurde, staunten die Senioren aus Garrel über die pädagogischen Konzepte der Einrichtung und deren Auswirkung auf die Bauplanung und Ausführung eines Neubaus.

Wichtige Vorträge zu altersbezogenen Themen

Lang ist die Liste der Firmen, die Mann ü 60 seit der Gründung im Jahr 2014 besucht hat. Aber nicht nur Besichtigungen stehen auf dem Programm. Ein Rechtsanwalt referierte über Testamentsfragen. Vielen Männern wurde bei einem weiteren Vortrag klar, dass das Ausstellen einer Vollmacht für eine Vertrauensperson Vieles erleichtert, wenn eigene Entscheidungen nicht mehr getroffen werden können. Die Leiterin der Sozialstation informierte über den Bereich der Pflege und der Pflegeversicherung.

Angesprochen werden alle Lebensbereiche. Wenn auf einem Kirchplatz im Waldgebiet an der Thülsfelder Talsperre ein Gottesdienst gefeiert wird mit anschließendem Frühschoppen und Picknick, dann sind es schon mal hundert Männer. Viele kommen mit dem Fahrrad – jetzt nicht mehr allein, sondern mit anderen zusammen. Der Umgebung angemessen, spielen auch schon mal Garrels Jagdhornbläser. Auf dem Friedhof trifft man sich einmal im Jahr zum Gedenken an die Verstorbenen Männer ü 60.

Garrel ist immer noch wesentlich von der Landwirtschaft geprägt. Gern schauen die Männer hinter die Kulissen und in die Tierställe hinein. Biogasanlagen, der Wagyuhof Auetal, moderne Schweine- und Hühnerställe wurden besichtigt. Die Firma „Böseler Goldschmaus“, einer der größten Schlachtbetriebe Deutschlands, zeigte den Männern alle Betriebsabläufe – von der Anlieferung bis zur Wurst.

Fast alle Besichtigungen finden in Garrel und der näheren Umgebung statt. Eine Ausnahme war Hannover. Hier zeigte Garrels MdL Abgeordneter Karl-Heinz Bley seinen „Arbeitsplatz“ im Niedersächsischen Landtag. Garrels Bürgermeister informieren gern über Pläne und Erreichtes. Als es bei der letzten Bürgermeisterwahl 2019 gleich vier Kandidaten gab, stellten sie sich den Fragen der Senioren.

Treffen 14-tägig derzeit mit 2G-Regel

Alle zwei Wochen kommen die Männer zusammen. Die Zusammenkünfte wurden durch Corona unterbrochen. Seit einigen Wochen trifft man sich wieder. Im Oktober gleich mit schwerer Kost: Dann wollen sich die Männer über das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes informieren, nach dem die Beihilfe zum Suizid nicht mehr strafbar ist.

Ein Verein ist die Gruppe nicht. Die Treffen finden 14-tägig um 9.30 Uhr im Johannihaus an der Pfarrer-Landgraf-Straße 45 in Garrel statt; das nächste am 21. Oktober – derzeit findet die 2G-Regel Anwendung.

Neue Interessenten sind willkommen

Wer kommt, der kommt – neue Interessenten sind herzlich eingeladen. Einzige Bedingung: Mann über 60.

Und wenn eine Frau sich vom Thema angesprochen fühlt, ist das kein Problem. Eine Männergruppe – ist das nicht rückwärtsgewandt? Widerspruch zur Gleichberechtigung? Anti Gender? Solche Bedenken werden aufgewogen durch die Interessenslage, die bei Frauen und Männern, Alten und Jungen anders sind. Mann und Frau sind gern mal unter sich. Zum Mädelsabend sind auch keine Männer geladen! Die Planung und Organisation sind einfach, vier Männer helfen mit. Mit dem Bildungswerk gibt es eine Kooperation.

Auch von Seniorengruppen hört man gelegentlich, dass es einen „Nachwuchsmangel“ gibt. Der ist bei Mann ü 60 noch nicht spürbar. Neue Männer werden über 60 und kommen zu den Treffen.

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