• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Senioren

Wo Rentner in die Hände spucken

19.01.2019

Harpstedt Woher ihr Name kommt, ist nicht bekannt. Fakt ist: Von der von Udo Lindenberg besungenen Hamburger „Rentnerband“ unterscheidet sich die Harpstedter „Rentnerbänd“ nicht nur durch die beiden Striche auf dem „a“. Die Harpstedter haben keinen Teufelsgeiger in ihren Reihen, auch keinen Schlagersänger oder Star-Pianisten. Aber Männer, die zimmern, verputzen, restaurieren oder Gräben verrohren können. Am Donnerstag, 24. Januar, 15 Uhr, feiert die fleißige Crew der fitten Ruheständler im Backhaus auf dem Koems ihr 20-jähriges Bestehen.

Dass die Feier ausgerechnet an einem Donnerstag stattfindet, ist kein Zufall. Denn: Die heutige Rentnerbänd hieß in ihren ersten Jahren „Donnerstagsgruppe“ – ganz einfach deshalb, weil sie sich jeweils donnerstags zur Arbeit traf und trifft.

Die Geburtsstunde dieser Männergruppe schlug nach einem freiwilligen Arbeitseinsatz für einen Bezirksfeuerwehrtag beim Harpstedter Koems-Gelände. Damals entstand die Idee, den ehrenamtlichen Einsatz zu einer dauerhaften Einrichtung zu machen – um die Scheunen und Anlagen auf dem Koems zu pflegen.

In einem Zeitungsaufruf suchte die Fördergemeinschaft Koems seinerzeit nach ehrenamtlichen Mitstreitern. „Da meldeten sich zwölf Leute“, erinnert sich Bernhard Wöbse, der als Vorsitzender der Fördergemeinschaft den Anstoß gegeben hatte und der seither die Rentnerbänd-Aktivitäten koordiniert.

Freilich: In den Folgejahren beließen es die Ruheständler nicht dabei, die Scheunen instandzuhalten – sie sorgten auch für deren Vermehrung. Ein erstes Projekt: Nach einer großen Bilderschau von Günter Knappmeyer zum Jubiläum „600 Jahre Weichbildrecht Harpstedt“ im Jahr 1996 in der Schießhalle kam der Wunsch auf, die Bilder dauerhaft auf dem Koems zu zeigen. Eine passende Scheune hatte Klaus Grote (Dreiangel), die Bänd übernahm das Versetzen, der Flecken die Materialkosten in Höhe von 20 000 DM.

Was auf dem Koems auch fehlte: ein Backhaus. Eine alte Scheune wurde von Johann Hartmann gestiftet, Material fanden die Männer bei einem Abbruch eines anderes Gebäudes. 2003 war das Backhaus fertig, am 25. Juni 2004 wurde „angebacken“.

Insgesamt wurden bis heute neun historische Scheunen aufgearbeitet und mit Innenleben ausgestattet, fasst Harro Hartmann zusammen, der 2009 zu der Bänd gestoßen war. Auch ein Brennholz-Lagerschuppen oder ein Insektenhotel entstanden.

Damit nicht genug. Die rührigen Rentner übernahmen auch die Pflege der Bäume und Sträucher, die Unterhaltung der Pflasterung und der Wanderwege. Sie packten bei der Renovierung der Christuskirche mit an, beim Anlegen des Bibelgartens, bei der Umgestaltung des Friedhofs oder auch bei der Renovierung der Stecho-Scheune.

Manchmal gab es auch Rückschläge. So ging im Juni 2015 das von der Bänd gebaute Holzlager nach einer Brandstiftung in Flammen auf. Also baute die Bänd ein neues Lager. 2017 brannte auch die Schutzhütte nahe der Horstedter Weges ab, die von der Bänd ein paar Jahre zuvor neu möbliert und mit einem neuen Dach versehen worden war.

Alles in allem kamen Zehntausende ehrenamtlich geleistete Stunden zusammen. Solch ein Engagement „sucht wohl Seinesgleichen“, lobte im Februar 2013 der jetzige Vorsitzende der Fördergemeinschaft Koems, Klaus-Dieter Westphal.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2706
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.