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NWZonline.de Senioren

Gründerinnen blicken zurück auf zehn Jahre „Projekt Sophie“

16.10.2019

Jever Sich selbst bewegen – und dann andere: Das ist dem „Projekt Sophie“ in den vergangenen zehn Jahren hervorragend gelungen. Tatsächlich begann das Erfolgsprojekt mit Sport. Denn Almke Sindern (75), Anne van Freeden (68) und Anika Gräßner-Weber (44) hielten sich alle in einer der Sportgruppe von Anke Casper (75) fit.

Zehn Jahre Projekt

2009 startete das zunächst auf drei Monate angelegte „Projekt Sophie“ mit Besuchsdienst und der Organisation von Aktivitäten für die Bewohner des Altenwohnheims Sophienstift. Heute gibt es 16 Sophie-Paten die Kontakt zu den alten Menschen halten.

2015/16 kam als zweites Standbein das Projekt Sophie „barrierefrei“ hinzu – Barrierefreiheits-Kataster, Rollstuhlrad und mobile barrierefreie Toilette wurden seitdem umgesetzt. Ziel ist ein Jever ohne Barrieren bis 2025

Mehr Infos unter projektsophie.de

Und eines Tages brachte dann Anne van Freeden mit einem Vorschlag den Stein ins Rollen: Als Altenpflegerin im Sophienstift hatte sie sich vorgenommen, den alten Menschen mehr Leben und Kontakt nach draußen zu vermitteln. Auf drei Monate war ihr Projekt angelegt – daraus geworden sind zehn Jahre: An diesem Freitag, 18. Oktober, feiern die Ehrenamtlichen des Projekts Sophie mit einem Spaziergang und Teerunde mit Sophie-Bewohnern sowie einem gemeinsamen Abendessen Zehnjähriges.

Leben ins Heim bringen

„Mir fiel bei der Arbeit auf, dass unsere Bewohner sehr wenig Kontakt haben“, sagt Anne van Freeden. „Es fehlten Jüngere, die Leben ins Haus bringen.“ Und so regte sie in der Sportgruppe einen Besuchsdienst an.

Für Anke Casper, die zwei Jahre im Seniorenbeirat mitgearbeitet hatte und der die alten Menschen in den Heimen am Herzen lagen, sowie Almke Sindern, die mit ihrem Besuchshund Flo Senioren in Heimen besuchte, stand schnell fest, dass sie mitmachen würden. Und Anika Gräßner-Weber, die von 2006 bis Juli 2019 die private Kindertagesstätte „Sonnenkäferhaus“ betrieb, brachte Kinder und ihre Eltern mit ins Sophienstift.

„Mach mal, Anke – wir machen mit“: So lautete die Absprache damals. Und Anke Casper machte sich ans Organisieren. „Mach mal, Anke“ – so läuft das bis heute. Denn „nach den drei Monaten Projektzeitraum war nichts mit Aufhören“, erzählt Anke Casper: „Wer erlebte, wie die Leute auf unseren Besuch warteten und sich freuten, wenn wir kamen, der kann nicht einfach wegbleiben.“

So ging es auch Almke Sindern: „Ich habe mit Flo eine Hundertjährige besucht, die nur im Bett lag – sie war so glücklich, den Hund neben sich zu haben und zu füttern. Flo hat so schnell Verbindung geknüpft zu den alten Menschen – da mussten wir einfach weitermachen.“

16 Sophie-Paten fanden sich insgesamt zusammen, die regelmäßig die Bewohner im Sophienstift besuchten – und noch heute besuchen: Jeden Monat sind sie zweimal mit „Musik auf Rädern“ zum gemeinsamen Singen und Hören alter Titel bei bettlägerigen Bewohnern; einmal im Monat laden sie zur Teezeit, zweimal im Monat bieten sie Spielevormittage an, hinzu kommen Sportstunden und Gottesdienste; und natürlich kommen die persönlichen Besuche hinzu.

Geliebte Sonnenkäfer

Ein Höhepunkt in den vergangenen zehn Jahren waren für die ganz Alten und die ganz Jungen stets die gemeinsamen Aktivitäten: Die Sonnenkäferkinder von Anika Gräßner-Weber pflegten intensive Kontakte zum Sophienstift – teilweise besuchten die Kinder mehrmals im Monat die Senioren. Mit Schließung des Sonnenkäferhauses im Sommer ist das nun vorbei.

Mehrfach gab es in den vergangenen zehn Jahren Ansätze, das Projekt Sophie auf andere Seniorenwohnheime zu übertragen. „Wir wurden viel kopiert – aber nie erreicht“, sind die vier Sophie-Aktivistinnen durchaus stolz. „Ich bin sehr glücklich über die Beständigkeit und Verlässlichkeit des Projekts“, sagt Anne van Freeden.

Ab 2015 kam als zunächst zweites Standbein das „Projekt Sophie barrierefrei“ hinzu: Helmut Casper hatte mit einem weiteren Ingenieur ein Kataster erstellt – wie sich zeigte, hatte Jever eine Menge Nachholbedarf in Sachen Barrierefreiheit. Und so trommelte Anke Casper auch noch bei Geschäftsleuten, bei der Stadt und bei Privatleuten dafür, zu öffentlichen Gebäuden, Einrichtungen und Geschäften zumindest barrierearme Zugänge einzurichten.

Als nächste Projekte von „barrierefrei“ kamen dann die barrierefreie mobile Toilette und das Rollstuhlfahrrad hinzu – beides durch Sponsoren finanziert. Sehr bedauerlich finden die vier Sophie-Frauen indes, dass beide Anschaffungen in der Stadt Jever nie wirklich angekommen sind: Das Rollirad steht nun bei der GPS im Barkeler Busch, die mobile barrierefreie Toilette bei der Lebenshilfe in Wilhelmshaven. „Andere Städte beneiden uns darum, hier wird es nicht genutzt“, sagt Anika Gräßner-Weber.

Die Sophie-Frauen wünschen sich, dass das Rollstuhlrad zumindest als Angebot in der Tourist-Info ausgehängt wird. Denn die Nachfrage ist da.

Als nächstes wird das „Projekt Sophie barrierefrei“ nun das Barrierefreiheits-Kataster aktualisieren, kündigt Anke Casper an. „Ganz vieles passiert nur, wenn man es selbst in die Hand nimmt – darauf warten, dass andere es für einen tun, führt selten zu etwas“, zieht Anke Casper Zehnjahres-Bilanz.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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