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NWZonline.de Senioren

Ehrenamt In Nordenham: Sie ist für Hilfsbedürftige im Einsatz

15.06.2020

Nordenham Der weiße Wagen steht mit angeschalteten Warnblinkern auf dem Parkstreifen vor einem Einfamilienhaus in Nordenham. Die Hebebühne für Rollstuhlfahrer ist heruntergelassen. „Wir holen die Gäste unserer Tagespflege jeden Morgen ab und bringen sie nachmittags sicher wieder nach Hause“, erzählt Bianca Czeranowicz und drückt den Klingelknopf. Die 46-Jährige arbeitet ehrenamtlich beim Fahrdienst der Johanniter. Ohne Menschen wie sie, die gerne helfen, würde der Wunsch vieler älterer Menschen nach gesellschaftliche Teilhabe wohl schon an der Haustür scheitern.

Als das öffentliche Leben im März wegen der Corona-Pandemie zum Stillstand gekommen war, wurde auch für die Tagespflege-Angebote im Land ein Betriebsverbot verhängt. Auf einmal waren ältere Menschen und ihre Familien auf sich gestellt. Ebru Tavan aus dem Pflegeteam der Nordenhamer Johanniter ließ sie nicht allein und rief in der folgenden Zeit bei den Tagesgästen an. Jede Woche klärte sie, ob alles geregelt und die Versorgung sichergestellt ist.

Seit Anfang Mai läuft in der Tagespflege der Johanniter im Haus Tongern an der Sophie-Scholl-Straße ein Notbetrieb, um vor allem denen zu helfen, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind. Nicht überall gibt es Familien, die sich über Wochen hinweg um die alten Menschen kümmern können. Dabei bleiben die Gruppen in der Tagespflege klein, um das Infektionsrisiko niedrig zu halten. Also holen Bianca Czeranowicz und ihre Kollegen derzeit weniger Menschen von zu Hause ab als gewöhnlich.

Derzeit ist nur eins von zwei Fahrzeugen unterwegs. Im Fahrzeug selbst sind einzelne Sitze gesperrt, um Abstand zu schaffen. Mehrfach täglich werden die Kontaktflächen desinfiziert. Und alle Menschen im Fahrzeug tragen eine Bedeckung für Mund und Nase. „Als Brillenträgerin ist das schon lästig“, sagt Bianca Czeranowicz. „Aber zum Schutz meiner Fahrgäste gehört es nun mal dazu.“

Auch bei wärmerem Wetter trägt die Ehrenamtliche, die selbst im Stadtteil Blexen wohnt, langärmlige Kleidung und Handschuhe, denn ganz ohne Kontakt geht es nicht. „Ich fahre ältere Menschen, die auch mal meine helfende Hand benötigen“, erklärt sie. „Wenn jemand beim Gehen gestützt werden muss, dann kann ich nicht danebenstehen und tatenlos zuschauen.“ Mit den geplanten Schutzmaßnahmen muss sie das auch nicht. Angst hat sie keine. „Diese Menschen brauchen meine Hilfe. Da kann ich doch nicht zu Hause sitzen bleiben“, sagt Bianca Czeranowicz.

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