POTSDAM -

Von Eva Dorothée Schmid

POTSDAM - Mancher ältere Herr hat nie gelernt, den Kochlöffel zu schwingen, und ernährt sich deshalb ausschließlich von belegten Broten. Viele Senioren haben Probleme mit den dritten Zähnen und nehmen nur Weiches und Süßes zu sich. Wieder andere haben kaum noch Appetit und essen deshalb viel zu wenig. Sich ausgewogen zu ernähren, fällt älteren Menschen nicht leicht.

„Bei jungen Menschen regelt der Körper selbst, was er braucht, als älterer Mensch muss man sich bewusst darum kümmern“, sagt Romana Lenzen-Großimlinghaus, die Chefärztin des Evangelischen Krankenhauses für Geriatrie in Potsdam. Das Problem ist, dass Appetit und Durst nachlassen und nicht mehr den Bedarf widerspiegeln. „Unterernährung ist deshalb weit verbreitet bei älteren Menschen“, sagt die Medizinerin.

Ein 70-jähriger Mann hat einen durchschnittlichen Bedarf von 2300 Kalorien, eine gleichaltrige Frau benötigt täglich rund 1700 Kalorien. Das ist etwas weniger als das, was jüngere Menschen brauchen. Wer wenig Appetit hat, für den empfiehlt Esther Schnur von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn als absolute Mindestmenge täglich eine warme Mahlzeit, eine Portion Obst, eine Portion Gemüse oder Salat, ein Glas Milch und Joghurt, Quark oder Käse, eine Scheibe Vollkorn- oder Vollkornschrotbrot und fast täglich ein Stück Fleisch, Fisch oder Eier.

Während der Energiebedarf bei älteren Menschen leicht sinkt, bleibt der Nährstoffbedarf gleich oder steigt, weil manche Vitamine und Mineralien vom Körper nicht mehr so gut aufgenommen werden.

„Viele ältere Menschen nehmen zu wenig Folsäure, Vitamin D und Vitamin B12 und zu wenig Eisen und Kalzium zu sich“, sagt Hans-Helmut Martin, Ernährungswissenschaftler beim Verband für unabhängige Ernährungsberatung in Wettenberg bei Gießen. Allerdings sei es besser, die Vitamine über die Nahrung und nicht in Pillenform aufzunehmen.

Folsäure zum Beispiel ist vor allem in grünem Gemüse und in Blattsalaten enthalten. Da das Vitamin sehr empfindlich ist, sollte das Gemüse nur kurz gedämpft, gedünstet oder roh gegessen werden.

Informationen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.,

Godesberger Allee 18, 53175 Bonn, Tel. 0228/37 76 600.

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