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Kommunikation Muttersprache öffnet das Herz

Dirk Wieting

Wildeshausen - Viele alte Menschen und auch an Demenz Erkrankte fühlen sich in ihrer Muttersprache besser angesprochen – deshalb ist bei uns in Norddeutschland Plattdeutsch eine große Hilfe in der Pflege. „Gerade bei der älteren Generation bekommen wir mit Plattdeutsch einen viel besseren Draht. Unsere Patienten finden es ganz toll, wenn sie uns dann verbessern können. Plattdeutsch öffnet das Herz“, sagt Jana Meichsner, Pflegedienstleiterin beim ambulanten Paritätischen Pflegedienst.

Die erste berufliche „Plattdüütsch School“

Sie und ihre Kolleginnen haben dafür einen Plattdeutsch-Kursus bei Hella Einemann-Gräbert teilgenommen. Sie war viele Jahre als Lehrerin an den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen unter anderem für den Bereich Altenpflege tätig. Dort hat sie 2010 auch das Projekt „Plattdeutsch in der Pflege“ initiiert. Entstanden ist in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen eine kleine Fibel speziell für die Anwendung des Plattdeutschen in der Pflege. Von diesem ganz besonderen Wörterbuch sind bereits über 12.000 Exemplare verteilt worden.

Hella Einemann-Gräbert ist mittlerweile in Pension gegangen, unterrichtet aber noch weiterhin als freiberufliche Dozentin. Die Berufsbildende Schule in Wildeshausen ist die erste berufliche „Plattdüütsch School“ in Niedersachsen. Diese Schule hat mit Wiebke de Vries-Ohlendorf eine neue Plattdeutschbeauftragte. Plattdeutschunterricht ist für die Altenpflegeschüler weiterhin fest im Ausbildungsrahmenplan der Schule verankert. Es wird dazu von Gunda Häger Sprachunterricht erteilt und zum Abschluss muss eine kleine Prüfung absolviert werden. Die Schüler bereiten dazu beispielsweise einen kleinen Dialog im zukünftigen Berufsalltag vor.

Berührungsängste überwinden

„Wir hören immer wieder von den Schülern, dass dieser Unterricht dazu beigetragen hat, Berührungsängste zu überwinden. Es ist schon super, wenn die Pflegekräfte auf eine plattdeutsche Frage auch plattdeutsch antworten können. Die Plattdeutsche Sprache ist so etwas wie ein Türöffner“, weiß Wiebke de Vries-Ohlendorf.

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