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Handytarife Bei Prepaidkarten Kosten unter Kontrolle behalten


Der Preis spricht oft für Prepaidkarten: Doch bei manchen Anbietern können die Kosten aus dem Ruder laufen. 
dpa

Der Preis spricht oft für Prepaidkarten: Doch bei manchen Anbietern können die Kosten aus dem Ruder laufen.

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BERLIN - Prepaidkarten stehen für vorausbezahltes Guthaben. Nutzer können damit nur telefonieren, wenn sie vorher Geld aufgeladen haben. Eigentlich ein perfekter Schutz vor überraschend hohen Rechnungen. Auch der Preis spricht oft für Prepaidkarten. Ab sechs Cent je Minute in alle Netze sind sie die beste Wahl – sowohl für Normalnutzer, die durchschnittlich 90 Minuten im Monat telefonieren, als auch für Wenignutzer mit 30 Minuten. Doch bei manchen Anbietern rächt sich der niedrige Minutenpreis mit aus dem Ruder laufenden Kosten. Die Stiftung Warentest (5/12) deckt die Gefahr auf und zeigt, wie sich Nutzer schützen können.

Billige Prepaidanbieter betreiben in der Regel kein eigenes Funknetz. Sie kaufen von den Netzbetreibern Minutenkontingente.

Die Netzbetreiber übermitteln die Rechnungsdaten unterschiedlich schnell. E-Plus sofort. O2, T-Mobile und Vodafone mit Verzögerung. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen steht dann, dass aufgrund von verzögerten Abbuchungen ein Negativsaldo entstehen kann.

Auf Deutsch: Diese Unternehmen gestatten Anrufe, wenn die Karte bereits leer ist. Ein typisches Merkmal unechter Prepaidkarten. Damit können die Kosten außer Kontrolle geraten. Mit Telefonaten ins Ausland oder zu Sonderrufnummern kann das Guthaben in kurzer Zeit tief ins Minus rutschen. Das vertelefonierte Geld treibt der Anbieter nachträglich ein. Bei automatischer Aufladung per Lastschrift oder von der Kreditkarte.

Mit der ursprünglichen Idee der vorausbezahlten Guthabenkarte samt Kostenkontrolle hat das nichts mehr gemein. Deshalb kennzeichnet die Stiftung Warentest in ihren Tabellen solche Tarife nun als unechtes Prepaid. Das betrifft unter anderem Töchter des Mobilfunkanbieters Drillisch – discoplus, discotel, helloMobil, maxxim, simply und SimTim –, aber auch debitel light und klarmobil. Bei allen kann das Guthaben ins Minus geraten. Nutzer sollten diesen Saldo umgehend ausgleichen. Andernfalls sperrt der Anbieter die Simkarte. Kündigen hilft auch nicht: Wer die überschuldete Karte nicht mehr nutzt, muss spätestens zum Vertragsende die Schulden begleichen.

Dass es auch anders geht, beweisen echte Prepaidanbieter wie Connex, n-tv und wirmobil. Auffällig: Alle nutzen das E-Plus-Netz. Sie rechnen Gesprächskosten sofort ab. Sinkt das Guthaben während eines Gesprächs auf null Cent, ertönt ein Warnton. Anschließend bricht das Gespräch ab. Ähnlich wie mit einem Münztelefon dauern Anrufe nur so lange, wie ein Guthaben auf dem Konto ist. Wenn der Nutzer die automatische Aufladung ausgeschaltet hat, kann der Anbieter nichts nachladen. Vorteil: Nutzer behalten die volle Kostenkontrolle. Mit der Tastenkombination *100# können sie jederzeit ihren Kontostand abfragen.

Fazit: Ein niedriger Minutenpreis ist nicht alles. Wer die Kosten unter Kontrolle halten möchte, sollte einen echten Prepaidtarif wählen und die bequeme automatische Aufladung ausschalten.

  Den günstigsten Tarif für Wenigtelefonierer bietet helloMobil. Je Minute sind sechs Cent fällig – in alle Netze. Bei wirmobil kosten Anrufe ins Festnetz sogar nur drei Cent je Minute. In andere Netze fallen aber zwölf Cent an. Smartphone-Besitzer telefonieren und surfen am günstigsten mit deutschlandSim, Phonex, simply, smartmobil.de oder Telco. Für 29,60 Euro im Monat telefonieren sie unbegrenzt und können 500 Megabyte Daten laden. Genug für E-Mails, Videos und Navigation.

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