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NWZonline.de Ratgeber Digitale Welt Smartphones & Tablets

Kameramann und Selbstdarsteller in Personalunion

20.10.2014

Berlin Klassische Camcorder sinken in der Käufergunst schneller als der Akkustand beim Filmen. In den Jahren nach Auftauchen des ersten Camcorders, des Sony Betamovie, fanden allein in Deutschland jährlich bis zu 800 000 dieser Videogeräte Käufer. Heute sind es nur noch etwa halb so viel. Kein Wunder: Filmen wird neu interpretiert. Den Moment teilen ist wichtiger als Perfektion. Messen sich Videofilmer an Hollywood, liebt die Generation Smartphone Tempo und Aktion. Die neue Generation Videofilmer definiert das Rollenspiel Kameramann-Akteur neu und könnte auf Modelle mit besonderer Bauform abfahren.

Canon nennt sie Lifestyle-Camcorder „für kreative Selbstaufnahmen“. Der Monitor guckt über das Objektiv hinweg nach vorn, das erleichtert Selbstbilder, Selfies genannt. Der integrierte Standfuß ersetzt das Stativ. Der Nutzer ist Kameramann, Akteur und Produzent in Personalunion. Neben drei Modellen speziell für Selbstfilmer prüfte die Stiftung Warentest für die Zeitschrift „test“ (10/14) 14 klassische Camcorder. Die Geräte kosten zwischen etwa 200 und etwas mehr als 1700 Euro.

Die Camcorder für Selbstaufnahmen kosten zwischen knapp 260 bis 380 Euro. Ihr Plus ist der enorme Blickwinkel von deutlich mehr als 100 Grad. Die Videos könnten von Action-Camcordern stammen oder durch einen Türspion gefilmt sein. Fischaugen-Effekt nennt das der Fotokundige. Mit dem großen Blickwinkel fängt das Objektiv den Akteur auch ein, wenn er sich bewegt. Klassische Camcorder haben einen viel kleineren Blickwinkel. Die müsste jemand ständig mitschwenken. Punkt für die Selfie-Filmkameras.

Wer auf Qualität steht, wird mit den neuartigen Camcordern allerdings nicht richtig glücklich. Doch Selbstfilmer pfeifen auf kleine Makel bei Bild und Ton. Ihr Credo: lieber schnell in sozialen Netzwerken mit Freunden geteilt als perfekt produziert. Auch da spielen Selfie-Camcorder mit. Sie senden Videos über das per WLan verbundene Smartphone von unterwegs ins Internet. Videodateien sind jedoch groß. Handytarife mit 100 Megabyte Datenvolumen sind schon nach wenigen Minuten ausgeschöpft.

Mögen Selfie-Kameras hip sein, noch dominieren klassische Camcorder den Markt und den Test. Das Bedienkonzept mit Griffschlaufe und Tasten für Rechtshänder eint sie, Ausstattung und Bildqualität unterscheiden sie. Mit einem Camcorder in klassischer Bauform klappen übrigens auch Selbstaufnahmen. Steht er auf einem Stativ, den Monitor um 180 Grad zum Darsteller drehen. Selfie ab. Der Spaß dauert selten länger als zwei Stunden. Dann ist der Akku alle, ein Ersatzakku muss ran. Das klappt nur nicht bei den geprüften Camcordern von JVC. Deren Akkus kann der Benutzer nicht wechseln. Das finden die Berliner Warentester trotz der langen Laufzeit dieser JVC-Camcorder nicht gut.

Für jeden, der Videos drehen, vertonen und schneiden will wie die Oscar-prämierten Besten ihres Fachs, empfehlen sich die Spitzencamcorder des Tests. Sie liefern sehr gute Videos. An der Spitze rangiert Sony FDR-AX100E. Das Qualitätsurteil und sein Preis von 1740 Euro toppen alle im Test. Auffällig: das Kürzel „4k“ auf dem Gehäuse. Der Sony nimmt Videos mit 3 840 x 2 160 Bildpunkten auf. Das sind rund acht Millionen Bildpunkte – viermal so viel wie bei einem HD-Fernseher oder genauso viel wie bei einem Ultra-HD-Fernseher (UHD). Auf solch einem Gerät sieht die vom Sony eingefangene Detailfülle beeindruckend aus.

->  Selbstfilmer spricht die neue Geräteklasse mit integriertem Standfuß an. Der Canon Legria Mini X für 380 Euro bietet guten Ton, aber nur befriedigende Videos.
-> Für Cineasten empfiehlt sich die klassische Bauform. Sehr gute Videos für unter 1000 Euro liefert der Sony HDR-PJ810E (775 Euro) mit Mikrofonanschluss und Mini-Projektor.
-> Für Sparsame: Panasonic HC-V250 für nur 289 Euro. Er macht gute Videos und hat einen 50-fach-Zoom.

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