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NWZonline.de Nachrichten Kultur Sonntagswort

Beim Namen rufen

25.03.2017

Da gehe ich durch die Stadt, eine Frau kommt mir entgegen, hält an und begrüßt mich herzlich. Ich kenne sie aus einem Seminar. Ihr Name liegt mir auf der Zunge, aber er kommt mir nicht gleich in den Sinn. Doch dann fällt er mir wieder ein. Erleichtert begrüße auch ich mein Gegenüber mit Namen und merke, dass sie sich freut. Ein Name ist mehr als nur die Aneinanderreihung von Buchstaben. Jeder Mensch trägt einen Namen. Vieles mag sich ändern im Laufe unseres Lebens, Größe, Gewicht, Haarfarbe, Wohnort, Beziehungen, Glaube und Überzeugungen. Der Name bleibt uns. Selbst nach unserem Tod meint er noch genau die Person, die ihn zu Lebzeiten trug. Wir werden identifiziert mit unserem Namen. Gemeinsam mit dem Gesicht hebt uns der Name aus der Masse als einmaliger Mensch hervor.

Wir freuen uns, wenn Menschen sich noch nach langer Zeit an uns erinnern. Es tut weh, wenn jemand, der uns wichtig ist, unseren Namen vergisst. Es gibt Menschen, die fast nie mit Namen angesprochen werden, zu denen kein Kontakt aufgenommen wird, Fremde, Menschen am Rande der Gesellschaft oder Einsame. Wie viele Menschen haben über Wochen ihren Namen nicht mehr gehört, weil niemand sie anspricht? Wo Menschen ohne Namen bleiben, wo Menschen nicht angesprochen werden, wo Namen zu Nummern werden, da geht die Menschlichkeit verloren. Namen sind eben nicht Schall und Rauch. In der Nennung des Namens geht es um die Ansprache, die darin liegt.

Mit der Erwähnung des Namens macht Gott uns zu einem geliebten Menschen. Er sagt: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du gehörst zu mir.“(Jesaja 43,1) Als der Prophet Jesaja diese Worte vor gut 2500 Jahren verkündete, waren sie an das Volk Israel gerichtet, das damals in der Verbannung in Babylon lebte. Der Satz meint: „Nein, Gott hat euch nicht vergessen!“ Gott hat auch uns nicht vergessen. Er kennt uns, und er ruft uns bei unserem Namen, er möchte eine persönliche Beziehung zu uns, und er macht den Anfang. Vielleicht lassen Sie sich von ihm ansprechen oder reden selbst andere, die darauf warten, mit ihrem Namen an.

Dr. Andrea Schrimm-Heins ist Frauenbildungsreferentin und Leiterin der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

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