Geist ist geil!“ – Im ersten Moment dachte ich, diesen Spruch auf einer Postkarte nicht richtig gelesen zu haben.
Dann gingen mir viele verschiedene Gedanken durch den Kopf.
Ich habe mich gefragt: Ist das angemessen, so vom Heiligen Geist zu reden?
Darf man das?
Wird das der Bedeutung von Pfingsten, von der Geistsendung, gerecht?
Nimmt er diese Bedeutung ernst genug?
Wie man das auch sehen mag – er ist auf jeden Fall ein Hingucker, dieser Spruch.
Er macht mir Spaß, lässt mich schmunzeln, vermittelt Leichtigkeit.
Ungewöhnlich ausgedrückt und nicht unbedingt „meine Sprache“ – aber ich springe innerlich trotzdem sofort darauf an, weil ich darin auch ein Grundgefühl von Pfingsten wiedererkenne: Begeisterung.
Mir gefällt die Idee, einen älteren Werbespruch, der längst zum geflügelten Wort in unserer Alltagssprache geworden ist, nur ein klein wenig abzuwandeln und damit eine große Veränderung des Blickwinkels zu bewirken.
Kurz und knackig wird dadurch ausgedrückt: Wer wir sind, gibt unserem Leben Bedeutung, nicht das, was wir besitzen.
Begeisterung, Kreativität, Lebendigkeit sind es, die uns Menschen ausmachen.
Begeisterung bringt uns in Bewegung, weckt Gefühle, lässt neue Gedanken entstehen.
Dieser kurze Postkartenspruch hat sehr viel in mir ausgelöst. Er hat mich dadurch wieder ganz praktisch erleben lassen: Pfingsten erinnert nicht nur an ein fernes Geschehen von vor 2000 Jahren.
Pfingsten ereignet sich heute: Sendung des Geistes.
Die Entfaltung seiner Schöpferkraft ist Wirklichkeit.
Es muss nicht immer gleich das große Brausen mit Feuerzungen sein.
Es sind die kleinen Geistesblitze, die uns lebendig und wach halten.
Und sie kommen viel häufiger vor, als man denkt.
Cornelia Schomacher ist Pastoralassistentin in der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef in Oldenburg.
